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Heinemann-Bürgerpreis für mutige Lebensretterinnen

veröffentlicht am 30.05.2006

Brandenburg wird nach Worten von Ministerpräsident Matthias Platzeck auch in Zukunft entschlossen und mit aller gebotenen Härte gegen rassistische Gewalt vorgehen. Es gelte nach wie vor die klare Linie der Null-Toleranz gegenüber rassistischer und rechtsextremistischer Gewalt in Brandenburg, sagte Platzeck am Dienstag in Potsdam bei der Verleihung des Gustav-Heinemann-Bürgerpreises 2006 an Jana Böttner und Nicole Lüdeking aus Brandenburg/Havel. Die beiden Frauen hatten am 18. Juli 2004 einem Kenianer, der Opfer eines ausländerfeindlichen Angriffs geworden war, das Leben gerettet.

Platzeck dankte den beiden Frauen für ihr mutiges Eingreifen. „Sie können stolz sein, zu der leider viel zu kleinen Gruppe von Menschen zu gehören, die nicht wegschauen, wenn andere in Bedrängnis geraten, die sich einmischen und für ein gewaltfreies, tolerantes Miteinander eintreten“, unterstrich der Ministerpräsident. Dies verdiene umso mehr Anerkennung, als die gewaltbereite rechte Szene in Brandenburg nach wie vor aktiv sei. Noch immer ließen sich viel zu viele Jugendliche und junge Erwachsene zum Mitmachen verführen. Die „ernst zu nehmenden Hinweise auf den Ausbau rechtsextremer Organisationsstrukturen müssen uns zusätzlich alarmieren“, so Platzeck.

Das Land Brandenburg – unterstützt von einer Vielzahl von Initiativen - gehe deshalb seit vielen Jahren konsequent gegen Fremdenfeindlichkeit vor. „Wir können Erfolge vorweisen, aber leider keine Entwarnung geben“, sagte Platzeck. Ausländerhass, Antisemitismus, Vorurteile aller Art und rechtsradikale Gesinnung seien weiter existent. Dies zeigten leider aktuelle Ereignisse. Platzeck wörtlich: „Toleranz, Mitmenschlichkeit und eine aufrechte, bürgerliche Gesinnung gewährleisten die Überlebensfähigkeit unseres demokratischen Gemeinwesens.“ Die Landesregierung wisse zudem: Toleranz sei auch Standortfaktor, könne zu einer entscheidenden Bedingung für den Erfolg einer Region werden, nicht nur im Fremdenverkehr. Die Landesregierung werde auch deshalb in ihren Anstrengungen für ein gesellschaftliches Klima des friedlichen Miteinander nicht nachlassen, unterstrich der Ministerpräsident.

Mit dem Gustav-Heinemann-Bürgerpreis werden Personen, Gruppen oder Organisationen geehrt, die sich um Freiheit und Gerechtigkeit verdient gemacht haben. Die Auszeichnung, die nach dem früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann benannt ist, wurde 1977 von der SPD gestiftet und wird jährlich anlässlich des Tages der Verkündung des Grundgesetzes vergeben. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Bisherige Preisträger sind unter anderen Egon Bahr, Regine Hildebrandt sowie die Deutsche Sektion von amnesty international.