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Reiseland Brandenburg setzt auf Kultur, Natur und Wasser

- Brandenburg präsentiert sich auf der ITB 2006 mit neuem Auftritt –
- Tourismuskonzeption erstmals umgesetzt

veröffentlicht am 08.03.2006

Das Land Brandenburg präsentiert sich bei der Internationalen Tourismus-Börse ITB 2006 mit einem neuen Auftritt. Sowohl inhaltlich als auch optisch wird die neue Tourismuskonzeption für die Jahre 2006 - 2010 auf der Messe im Mittelpunkt stehen.
Auch politisch hat Brandenburg in diesem Jahr ein Zeichen für die Branche gesetzt: Erstmals treten der Präsident des Landtages und Vorsitzende des Landestourismusverbandes, Gunter Fritsch, Ministerpräsident Matthias Platzeck und Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB) ist, gemeinsam auf.

„Vom Tourismus leben in Brandenburg inzwischen über 115.00 Menschen“, betont Ministerpräsident Platzeck die wirtschaftliche Bedeutung des Gewerbes. „In den vergangenen Jahren wurde viel geleistet. Gemeinsam mit der Branche haben wir umfassend in die Infrastruktur investiert. Darauf bauen wir jetzt auf und entwickeln marktgerechte Produkte. Projekte wie der Fläming-Skate, die Radwege Berlin-Kopenhagen und an Oder und Neiße sind eben nicht nur Radwege. Sie sind touristische Gesamtprodukte und sie sind die Basis für viele kleine und mittelständische Betriebe, um sich am Markt zu etablieren. In der Kombination mit unseren Wasserstraßen entstehen hier Angebote, mit denen sich das Reiseland Brandenburg im Wettbewerb etablieren kann.“

„Der Tourismus ist ein positiver Imagefaktor für das Land Brandenburg geworden. Wir werden das Reiseland künftig noch stärker produktorientiert vermarkten, um dessen touristische Stärken noch besser am Markt zu positionieren. ‚Stärken stärken’ ist deshalb auch unser Motto auf der ITB. Bereits mit Betreten der Halle 12 wird der Kunde gezielt auf unsere Premiumprodukte Kultur, Natur und Wasser aufmerksam gemacht,“ freut sich Wirtschaftsminister Junghanns über den neuen Messestand. „Der Kunde entscheidet zuerst was er im Urlaub unternehmen will, dann entscheidet er sich für das Reisegebiet. Es sind die klar profilierten Themen und Produkte, mit denen wir am Markt punkten. Das setzen wir mit der neuen Tourismuskonzeption und auch optisch auf unserem Messestand um.“

Zur Information:
Das Kabinett hat die Tourismuskonzeption des Landes Brandenburg für die Jahre 2006 – 2010 am 14. Februar 2006 beschlossen. Sie wird am Nachmittag des 8. März 2006 auf der ITB erstmals einem größeren Publikum vorgestellt.
Den Rahmen der Tourismuskonzeption bilden drei Säulen, die die Ausrichtung des neuen Messestandes prägen:

Die erste Säule ist der Tagestourismus. Rund 105 Millionen Tagesausflüge hat das Land Brandenburg im Jahr 2004 nach einem Gutachten des Bundes und aller Länder verzeichnen können. Er umfasst rund zwei Drittel des touristischen Umsatzes und bildet damit ein solides Fundament für das Gewerbe. Hierfür die Werbetrommel zu rühren, ist auch eine der wichtigen Aufgaben insbesondere an den Publikumstagen der ITB.

Als zweite Säule dient der Thementourismus. Die verstärke produktorientierte Vermarktung des Reiselandes Brandenburg steht hier im Vordergrund. Der neue Messestand gibt hierzu einen ersten Eindruck. Drei Bereiche in den Farben rot für die Kultur, grün für die Natur und blau für die wassertouristischen Angebote werben mit zielgerichteten Angeboten um die Gäste. Eine Veranstaltungsfläche wird insbesondere an den Publikumstagen dafür sorgen, dass sich die Halle 12 wie immer größter Beliebtheit vor allem bei den Berlinern erfreuen wird.

Auch die dritte Säule, der internationale Tourismus, findet Beachtung auf der diesjährigen ITB. Über die thematische Ausrichtung z.B. im Wassertourismus hat der Besucher der ITB jetzt den direkten Vergleich zu den europäischen Mitbewerbern.

Die Kernaussagen der Landestourismuskonzeption 2006 – 2010

Mit mehr als 135 Mio. touristischen Aufenthaltstagen pro Jahr und einem Bruttoumsatz von rd. 3,3 Mrd. Euro hat sich der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor des Landes entwickelt und sichert in Brandenburg 115.000 Menschen ihren Lebensunterhalt. Der Auf- und Ausbau einer modernen, zukunftsfähigen touristischen Infrastruktur ist weitgehend abgeschlossen, die Strukturen für ein erfolgreiches Landesmarketing sind geschaffen. Brandenburg, so das Urteil der externen Sachverständigen, präsentiert sich professionell im Markt.

In den nächsten Jahren kommt es darauf an, Brandenburgs Rolle als Reisedestination innerhalb eines wachsenden Europas zu festigen sowie die Wettbewerbsfähigkeit und damit die wirtschaftliche Bedeutung des Brandenburg-Tourismus nachhaltig zu erhöhen. Hierfür zeigt das vorgelegte Konzept Potenziale, Aktionsfelder und Maßnahmen auf und beschreibt die Prioritäten, die dabei gesetzt werden müssen.

Zu den vorhandenen Stärken gehören eine Reihe von vorbildlichen Spitzen-Unternehmen, die professionelle Vermarktung des Landes durch die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH sowie Initiativen zur Verbesserung von Kooperation und Qualität. Die Tourismusförderung verfolgt eine klare Schwerpunktstrategie, kein Gießkannenprinzip. Zudem gehört Brandenburg zu den Vorreitern in der Förderung der immer wichtiger werdenden Qualifizierung und Kompetenzentwicklung.

Zusätzliche Potenziale bestehen in der besseren Wahrnehmung der unterschiedlichen Bedürfnisse einzelner Zielgruppen, damit verbunden in einer notwendigen weiteren Steigerung der Kundenorientierung und Servicebereitschaft. Optimierungspotenzial besteht zudem in der derzeitigen Organisationsstruktur mit zu vielen für sich allein zu schwachen Akteuren sowie in der Notwendigkeit zu mehr Kooperation.

Brandenburg kann weitere Potenziale in verschiedenen, klar bestimmten Marktsegmenten erschließen. Thematisch betrachtet sind dies vor allem der Erholungs-/Naturtourismus, der Aktivurlaub (Rad-, Wasser-, Wandertourismus), der Kulturtourismus, Gesundheits-/Wellnessreisen sowie der Tagungstourismus.

Neben der Gewinnung von Übernachtungsgästen aus dem Inland ergeben sich weitere Potenziale im Tages- und im internationalen Tourismus.

Brandenburg hat gute Aussichten auf eine Fortsetzung der seit 1990 positiven Tourismusentwicklung. Dies verlangt jedoch eine Konzentration aller Kräfte auf Produktinnovationen, Angebotsausbau, schlagkräftige Vermarktung und gemeinsames Handeln. Zudem werden Steigerungen bei einem weitgehend gesättigten Inlandsmarkt nur durch Marktanteilsgewinne sowie mit verstärkten Anstrengungen zur Erschließung von Auslandsmärkten möglich sein.

Brandenburg-Tourismus 2006 - 2010: Drei strategische Säulen
  • Tagestourismus: Dieser spielt für Brandenburg quantitativ und ökonomisch eine entscheidende Rolle. Es existieren vielfältige Wechselbeziehungen mit Berlin, aber auch mit anderen (Nachbar-) Bundesländern und Grenzräumen (Polen).

  • Thementourismus: Nicht das Land als Ganzes, sondern die einzelnen naturräumlichen, infrastrukturellen und kulturellen Potenziale sind für den weiteren Ausbau des Thementourismus geeignet. Die maßgeblichen Marktsegmente sind vor allem der Aktivtourismus (Rad-, Wasser-, Wander-, Reittourismus), der Erholungs-, Natur-, Land-, Camping-, Kultur-, Familien-/Kinder-/Jugend-, Gesundheits-/Wellness-, Tagungstourismus, aber auch der barrierefreie Tourismus.
  • Internationaler Tourismus: Die hier schlummernden Wachstumspotenziale müssen systematisch und deutlich konsequenter als bisher erschlossen werden. Die Prioritäten liegen bei den internationalen Quellgebieten auf absehbare Zeit sicherlich in den europäischen (Nachbar-) Märkten. Dennoch sollten, wiederum vor allem in Verbindung mit Berlin, auch Märkte wie USA, Japan, China, künftig auch Indien, in angemessenem Umfang und mittels Kooperationsmarketing bearbeitet werden.

Der Ausbau der Kooperation vor allem mit Berlin ist bei allen drei Säulen von erheblicher Bedeutung. Dies spiegelt sich auch im Maßnahmenkatalog an vielen Stellen wider. Die Säulen des Brandenburg-Tourismus korrespondieren mit der Positionierung des Berlin-Tourismus, dokumentiert im „Tourismuskonzept für die Hauptstadtregion Berlin“ von 2004.

Brandenburg-Tourismus 2006 - 2010: Fünf Aktionsfelder

Der Umsetzung der formulierten Ziele und Strategien dienen die im Tourismuskonzept definierten fünf Aktionsfelder:

1. Das Aktionsfeld „Professionalisierung Themen- und Produktentwicklung“ weist den umfangreichsten Maßnahmenkatalog aus. Hier stehen die nachfragestarken Erholungs- und Aktivprodukte wie Radfahren, Wassertourismus, Wandern, Wellness sowie der Land- und Natururlaub und der Kulturtourismus. Weitere Produktinitiativen sollen beim Tagungs-, Kongress- und Geschäftstourismus bezogen auf die wachsende Zielgruppe 50+ sowie beim Industriekulturtourismus in der Niederlausitz (Internationale Bauausstellung) erfolgen. Eine „Klassifizierungsoffensive“ hat das Ziel, die Profilierung der Betriebe zu erhöhen und die Transparenz für die Kunden zu verbessern.

2. Im Aktionsfeld „Optimierung von Qualität und Qualifizierung“ erhält die noch junge Tourismusakademie Brandenburg eine gute Zwischenbewertung. Es kommen nun noch weiter steigende Anforderungen auf die Einrichtung zu.

3. Das Aktionsfeld „Kreative Vermarktung und Erschließung neuer Märkte“ steht unter dem Schlagwort Vertriebsoffensive und Markenbildung. Hier werden insbesondere die Schwerpunkte in der Arbeit der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB) definiert.

4. Das Aktionsfeld „Straffung und Optimierung touristischer Organisationsstrukturen“ stellt die Kooperation und Aufgabenverteilung der touristischen Organisationen in Brandenburg in den Vordergrund. Sie nimmt damit auch die aktuellen Beschlüsse und Vorschläge des Landestourismusverbandes zur Aufgabenabgrenzung zwischen den Akteuren auf und schreibt sie fort. Künftig soll es handlungsfähige Reisegebietsorganisationen, eine in Destinationsmanagement und Marketing leistungsstarke TMB, einen Landestourismusverband, der sich insbesondere um das Qualitätsmanagement kümmert, sowie mehr Synergien durch nachbarschaftliche Kooperation, insbesondere mit Berlin geben. Angestrebt wird weiterhin, die Lausitz zu einer länderübergreifenden Tourismusregion zu entwickeln.

5. Das fünfte Aktionsfeld „Anpassung der Tourismuspolitik und –förderung“ richtet sich nach innen. Hier stehen die Empfehlungen an die Ressorts der Landesregierung im Vordergrund.