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Dem Vergessen entrissen – Bundesverdienstkreuz für Chef der „Studiengemeinschaft Sanssouci“

veröffentlicht am 15.02.2006

Für seine Verdienste um den Erhalt des preußischen Erbes und um die Erforschung der jüdischen Geschichte ist der Potsdamer Dr. Klaus Arlt heute mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt worden. Im Auftrag von Ministerpräsident Matthias Platzeck überreichte der Bevollmächtigte des Landes beim Bund und für Europaangelegenheiten, Staatssekretär Gerd Harms, dem Vorsitzenden der „Studiengemeinschaft Sanssouci“ in der Potsdamer Staatskanzlei die von Bundespräsident Horst Köhler verliehene Auszeichnung. Harms betonte, Arlt habe durch sein „beispielhaftes Engagement dazu beigetragen, vergessene und ausgeblendete geschichtliche Orte wieder in ein größeres Bewusstsein zu heben und den Wert vieler historischer Güter der Öffentlichkeit nahe zu bringen“.

Bereits seit 1969 ist Klaus Arlt 1.Vorsitzender der damals gegründeten "Interessengemeinschaft Sanssouci", die seit 1990 " Studiengemeinschaft Sanssouci - Verein für Kultur und Geschichte Potsdam e.V. " heißt. Damit ist er der wohl älteste Förderverein für eine staatliche Schlösservereinigung in beiden Teilen Deutschlands. Durch Arlts Engagement wurde der Verein „zu einem wichtigen Forum in der kritischen Auseinandersetzung mit dem preußischen Erbe“, heißt es in der Begründung der Auszeichnung. Hervorgehoben wird, dass sich Arlt zu DDR-Zeiten Themen annahm, die damals weitestgehend tabuisiert waren, so die Erforschung der Geschichte der jüdischen Bevölkerung und des historischen Wertes der jüdischen und anderen Friedhöfe in Brandenburg und insbesondere in Potsdam. Er wirkte in der Interessengemeinschaft Denkmalpflege des Kulturbundes der DDR mit und kümmerte sich dabei vor allem um den Erhalt des Alten Friedhofs und des Bornstedter Friedhofs in Potsdam.

Nach der Wende 1989 engagierte sich Klaus Arlt für Kontakte in die ehemals brandenburgisch-preußischen Gebiete im heutigen Polen und organisierte mit polnischen Partnern Veranstaltungen und Exkursionen zur Vermittlung der gemeinsamen Geschichte beider Länder. Darüber hinaus unterstützte die Studiengemeinschaft die Arbeit in den Schlössern und Gärten, so durch Sonderveranstaltungen oder durch ehrenamtliche Arbeitseinsätze zur Reinigung der Schlösser und zur Pflege der Parkanlagen. Die von ihm geprägte Zusammenarbeit zwischen der Studiengemeinschaft Sanssouci und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg sei ein „bemerkenswertes Beispiel für kompetentes, bürgerschaftliches Engagement“, heißt es in der Begründung. Erinnert wird darin auch an die zahlreichen Publikationen Arlts, die schon zur Standardliteratur zählten. Seine Forschungsergebnisse gebe er zudem in Vorträgen und Führungen weiter. Dabei war es ihm stets Anliegen, über die Vermittlung der Geschichte hinaus auch Engagement für die Erhaltung dieses Erbes zu stiften.