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Platzeck: Deutschland braucht ein energiepolitisches Gesamtkonzept – Gratulation für den „Energiemanager des Jahres“ Vattenfall-Vorstandschef Rauscher

veröffentlicht am 18.11.2005

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Deutschland braucht nach Ansicht von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck ein tragfähiges energiepolitisches Gesamtkonzept. Platzeck bezog sich dabei auf den heute unterzeichneten Koalitionsvertrag, in dem vor dem Hintergrund knapper werdender Ressourcen ein solches Konzept als notwendig erachtet wird. Anlässlich der Auszeichnung des Vattenfall-Vorstandsvorsitzenden Klaus Rauscher mit dem Titel „Energiemanager des Jahres 2005“ plädierte er am Freitag in Berlin dafür, die Energiepolitik in die allgemeine Reformpolitik einzuordnen. Zudem müssten die Kosten für Wirtschaft und Verbraucher durch energie- und umweltpolitische Maßnahmen reduziert werden. Platzeck plädierte für einen „ausgewogenen Energiemix“ und mahnte: „Ohne einen in sich konsistenten nationalen energiepolitischen Rahmen stoßen wir in den Bundesländern immer wieder an Grenzen.“

Der Ministerpräsident sieht die deutsche Energiewirtschaft durch die Neuregelung des Energiewirtschaftrechts, der Umsetzung der Kyoto-Instrumente zum Klimaschutz sowie das Ausbauziel für die erneuerbaren Energien vor „größten Herausforderungen“. Platzeck erinnerte zudem daran, dass die gesamte Branche auch durch die Naturkatastrophen der vergangenen Monate stark ins Blickfeld von Verbrauchern und Öffentlichkeit gerückt ist. Dazu habe auch die „begründete Auffassung beigetragen, dass Energiemisswirtschaft und hoher CO2-Ausstoß unmittelbar mit verantwortlich sind“. Zum anderen seien die Preise für Öl, Benzin und Gas enorm gestiegen. Darunter litten nicht allein die Privatkunden, sondern auch Unternehmen und letztlich alle, da beispielsweise Firmenansiedlungen auch von Energiepreisen abhängig seien. Platzeck sieht deshalb „alle Akteure in besonderer Verantwortung“.

Der Ministerpräsident betonte, dass in Brandenburg die Energiewirtschaft zu den größten Arbeitgebern und Investoren gehöre. Das bereits vor Jahren entwickelte Brandenburger Energiekonzept ziele auf die Sicherung zukunftsfähiger Arbeitsplätze und auf eine effiziente Energieerzeugung und –nutzung, um Ressourcen zu schonen und so zum Klimaschutz beizutragen.

Platzeck lobte das Engagement von Vattenfall Europe für die Lausitz. Die Braunkohle bleibe auf lange Zeit ein „wichtiger, wettbewerbsfähiger heimischer Energieträger“. Platzeck: „Die Braunkohle schafft Arbeitsplätze und sie ist ohne Sicherheitsrisiko und ohne Entsorgungs- und Verknappungsrisiko auf dem Markt verfügbar. Vor dem Hintergrund der knappen Ölreserven in den USA, des ´Ölhungers´ in China und der geopolitischen Entwicklungen sind das auch künftig nicht zu unterschätzende Faktoren“, gab Platzeck zu bedenken und fügte hinzu:

„Vattenfall Europe kann auf unser eindeutiges Bekenntnis zur Braunkohle bauen. Wir sichern stabile politische Rahmenbedingungen für die Zukunft der Tagebaue und Kraftwerke und garantieren damit zugleich eine solide Basis für die weitere Entwicklung der Region. Von den Unternehmen wünschen wir uns im Gegenzug Arbeitsplatzgarantien. Brandenburg setzt in diesem Zusammenhang auch auf die zukunftsträchtige Vernetzung von Wissenschaft/Forschung auf der einen und Produktion auf der anderen Seite.“

Den mit dem Titel „Energiemanager des Jahres 2005“ ausgezeichneten Klaus Rauscher bezeichnete Platzeck als jemanden, dessen Wirken im Unternehmen Vattenfall und für die Region Berlin-Brandenburg unverzichtbar sei. Er habe sich in der europäischen Energiewirtschaft einen hoch geachteten Platz erarbeitet, der über seine „Aufgabe als Wirtschaftsmanager hinaus hohe soziale Kompetenz aufweist“. Platzeck erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass Vattenfall Europe größter Ausbildungsbetrieb in Ostdeutschland sei und in strukturschwachen Regionen gesellschaftliche Verantwortung übernehme, etwa als Sponsor.

Mit der Auszeichnung „Energiemanager des Jahres“ prämieren die Zeitung „Energie & Management“ und die Management- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton die erfolgreichste Führungskraft der Energiewirtschaft. Der Wettbewerb wird seit 2001 ausgerichtet und prämiert die Top-Manager von Strom- und Gasunternehmen sowie aus den Bereichen Energie-Anlagenbau und Energie-Dienstleister. Zu den bisherigen Preisträgern gehörten Manager der RheinEnergie AG, der STAWAG AG, der Thüga AG und der MVV Energie AG.