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Schönbohm: Die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft mahnen zu Toleranz und Versöhnung

veröffentlicht am 12.11.2005

Der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Jörg Schönbohm hat dazu aufgerufen, angesichts der Millionen Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft aktiv für eine wehrhafte Demokratie, Toleranz und Versöhnung einzutreten. Es reiche nicht aus, den Missbrauch der Freiheit zu bekämpfen. Vielmehr gelte es, „das Immunsystem unserer Demokratie und die Abwehrkräfte ihrer eigenen Traditionen so zu stärken, dass ihnen ein Missbrauch durch Andersdenkende nichts anhaben kann“, sagte er bei der zentralen Landesveranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Volkstrauertag am Samstag in Halbe.

Er betonte, das Gedenken an die Opfer könne und dürfe nicht nur Sache des Staates sein. „Es muss von denen getragen werden, von denen die Staatsgewalt ausgeht, dem Volk..“ Die Deutungshoheit über die Gräber dürfe nicht denen überlassen werden, „die sich anmaßen, die Toten zum Gegenstand eines Kultes in der Tradition des nationalsozialistischen Heldengedenkens zu degradieren“. Deshalb sei es von herausragender Bedeutung, dass eine große Zahl von Menschen mit dem ‚Tag der Demokraten’ ein deutliches Zeichen gegen den Aufmarsch von Rechtsextremisten in Halb setze.

„Halbe war auf dem besten Weg ein Wallfahrtsort der Ewiggestrigen zu werden. Dem wollen und müssen wir uns entgegen stellen. Wir stehen dagegen, dass von Halbe aus einzig die Bilder von jungen Männern mit kahlgeschorenen Köpfen und martialischen Stiefeln um die halbe Welt gehen. Ihnen gehört Halbe nicht! Halbe gehört den Menschen, die hier wohnen. Und der Friedhof von Halbe gehört denen die um die Opfer des Zweiten Weltkrieges trauern. Um alle, die zu Opfern des menschenverachtenden Naziregimes und der stalinistischen Gewalt wurden.“

Schönbohm rief Eltern, Verwandte, Lehrer und Ausbilder auf, ihrer Verantwortung für Kinder und Jugendliche gerecht zu werden. „Machen wir den jungen Menschen immer deutlich: Gewalt ist unter keinen Umständen ein Mittel der Auseinandersetzung. Vertrauen entsteht nicht durch Gewalt. Gewalt schürt Angst.“