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Appell für mehr Lehrstellen – Platzeck fordert Unternehmen zu verstärkten Anstrengungen auf

veröffentlicht am 17.10.2005

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck ruft die Unternehmen des Landes eindringlich dazu auf, nochmals alle Reserven zur Bereitstellung von Lehrstellen zu mobilisieren. Der Start in das Ausbildungsjahr 2005/2006 habe sich schwierig gestaltet, erklärte der Ministerpräsident am Montag anlässlich der Verleihung des Ausbildungspreises in Potsdam. Obwohl die Ausbildungsbereitschaft gewachsen sei, gebe es in diesem Jahr weniger betriebliche Plätze als im Vorjahr.

Bedenklich nannte Platzeck die Tatsache, dass sich gerade bei den gewerblich-technischen Berufen ein Minus abzeichne. Hinzu kämen die Überhänge von sogenannten Altnachfragern aus den Vorjahren, die die Situation zusätzlich verschärften. Der brandenburgische Ministerpräsident mahnte die Betriebe, dem sich in einigen Jahren abzeichnenden Fachkräftemangel selbst vorzubeugen. Selbst ausbilden sei heute der beste Weg, den Fachkräftebedarf kontinuierlich zu sichern. Platzeck betonte: „Wer selbst ausbildet, entwickelt Nachwuchskräfte, die passfähig zum Anforderungsprofil des Unternehmens sind und er hat die Chance, eine Verbundenheit der Jüngeren mit dem Betrieb zu entwickeln, die auch in schwierigen Zeiten trägt.“ Hinzu komme, dass Fehlentscheidungen bei Neueinstellungen vermieden und Kosten für Personalsuche und Einarbeitung gesenkt werden könnten.

Platzeck räumte ein: „Das Ziel, die Lehrstellensituation nachhaltig zu verbessern, ist noch nicht erreicht.“ Nach wie vor würden sich mehr Schüler um Lehrstellen bewerben, als betriebliche Ausbildungsplätze angeboten werden können. In Brandenburg gebe es derzeit rund 18.000 Betriebe, die ausbilden könnten, dies jedoch nicht tun, sagte der Ministerpräsident weiter.

Sozialministerin Dagmar Ziegler überreichte am Montag in Potsdam den zum ersten Mal ausgelobten „Brandenburger Ausbildungspreis 2005“. Er wurde in drei Kategorien an brandenburgische Unternehmen verliehen, die sich um das Thema Ausbildung besonders verdient gemacht haben.