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Platzeck: Strukturwandel in Schwarze Pumpe kommt voran

veröffentlicht am 30.08.2005

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck hat die bisher erreichten Erfolge beim wirtschaftlichen Strukturwandel in Schwarze Pumpe hervorgehoben. Mit Hilfe auch der beiden Landesregierungen von Sachsen und Brandenburg seien die Infrastruktur an diesem Standort umfassend erneuert und zahlreiche Firmen angesiedelt worden, sagte Platzeck am Dienstag auf einer Veranstaltung zum 50. Jahrestag des ersten Spatenstichs für das frühere Kombinat Schwarze Pumpe.
So hätten sich mit Hilfe von Fördermitteln der brandenburgischen Landesregierung in Höhe von 35 Millionen Euro etliche neue Firmen in Schwarze Pumpe niedergelassen. Diese hätten insgesamt mehr als 231 Millionen Euro an dem Standort investiert. Allein dadurch seien zirka 600 Arbeitsplätze neu geschaffen oder gesichert worden. Alles in allem gebe es am Standort Schwarze Pumpe inzwischen 3.500 Arbeitsplätze in 90 Firmen, sagte der brandenburgische Ministerpräsident weiter.

Platzeck erinnerte daran, wie sich vor 50 Jahren in Schwarze Pumpe aus einem verschlafenen Dorf durch Wohnblocks, Industriebauten, Asphaltstraßen und tausende Arbeiter ein gigantisches Industriegebiet entwickelt habe. Das Industriekombinat sei ein zentrales Stück der DDR-Wirtschaft gewesen.

Der Ministerpräsident sagte weiter: „Die Umstrukturierung des Standortes vom reinen Energiekombinat zu einem multifunktional gestalteten Industriepark war und ist eine große Herausforderung.“ Im Zuge dessen seien auch tausende Arbeitsplätze weggefallen. „Dieser dramatische Einbruch, der auch ein Ergebnis der Monostrukturierung der Region war und ist, konnte bis heute nicht ausgeglichen werden“, räumte Platzeck ein.

Als Beispiel für eine gelungene Sanierung führte der Ministerpräsident die Deponie Schwarze Pumpe an. Sie erinnere an den unverantwortlichen und nur der Planerfüllung verpflichteten Umgang der DDR-Regierung mit Mensch und Umwelt. Im Zuge der Sanierung seien dort 11.000 Bäume und 26.500 Sträucher gepflanzt worden.

Zugleich betonte Platzeck, ungeachtet des Wandels von Schwarze Pumpe vom einstigen Energiekombinat zu einem vielfältigen Industriegebiet seien Unternehmen der Kohle- und Energiewirtschaft nach wie vor mit die größten Arbeitgeber der Region. Die Landesregierung habe hierfür die erforderlichen Rahmenbedingungen geschaffen. Derzeit biete die Energie- und Braunkohlewirtschaft rund 15.000 Menschen Arbeit. Mit einem jährlichen Abbau von mehr als 40 Millionen Tonnen sei Brandenburg das Braunkohle-Förderland Nummer zwei in Deutschland. Braunkohle bleibe noch auf lange Zeit der einzige wettbewerbsfähige heimische Energieträger, unterstrich der Ministerpräsident.

Mit dem Kraftwerk Schwarze Pumpe sei eines der weltweit modernsten und effizientesten Braunkohlekraftwerke errichtet worden. Mit 2,3 Milliarden Euro sei dies die bis heute größte private Investition am Wirtschaftsstandort Brandenburg und die größte Investition in den Aufbau einer leistungsfähigen und umweltschonenden Energieversorgung in den neuen Bundesländern insgesamt.