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Hierbleiben wird sich lohnen - Brandenburg braucht Fachkräfte

veröffentlicht am 24.08.2005

In Brandenburgs Wirtschaft wird in den nächsten Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung eine enorme Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften entstehen. Eine heute in Potsdam vorgestellte Studie kommt zu dem Schluss, dass die Zukunftsfähigkeit Brandenburg maßgeblich davon abhängt, wie es gelingt, rechtzeitig den notwendigen Fachkräftebedarf zu sichern. Bis zum Jahr 2015 wird Brandenburgs Wirtschaft der Studie zufolge fast 200.000 neue, gut ausgebildete Fachkräfte brauchen. Nachwuchsförderung und Ausbildung sowie zielgerichteter Qualifizierung kämen daher eine wichtige Rolle zu. Ministerpräsident Matthias Platzeck und Arbeitsministerin Dagmar Ziegler stellten die Studie vor.

Ministerpräsident Platzeck: „Wer den Wirtschaftsstandort Brandenburg entwickeln will, muss nicht nur in Technik, sondern vor allem in die Köpfe der Menschen investieren. Fachkräftesicherung ist zwar ureigenste Aufgabe der Wirtschaft und der Unternehmen selbst, die Politik muss aber die Rahmenbedingungen verbessern helfen. Die Landesregierung wird deshalb gemeinsam mit der Wirtschaft, den Gewerkschaften und der Wissenschaft eine Strategie zur Bewältigung des Fachkräftemangels entwickeln. Eine interministerielle Arbeitsgruppe „Fachkräftesicherung“, die bereits ihre Arbeit aufgenommen hat, wird unter Leitung des Arbeitsministeriums Aktivitäten bündeln und externe Partner einbeziehen. Die Studie liefert dafür eine wichtige Grundlage.“

Nach Einschätzung von Platzeck zeigt die Studie, dass ein bedeutender Fachkräftebedarf insbesondere bei Absolventen von Fachhochschulen und Universitäten entstehen wird. Jede fünfte neu eingestellte Fachkraft werde ein entsprechendes Diplom benötigen. Der aktuelle Anteil der Hochschulabsolventen an den Beschäftigten in Brandenburg liege nur halb so hoch. Auch Fachangestellte und Facharbeiter würden in beachtlicher Größenordnung nachgefragt werden.

Arbeitsministerin Ziegler geht nach den Prognosen der Studie in den nächsten Jahren von einer Entlastung auf dem Arbeitsmarkt aus. “Besonders arbeitslose Akademiker und Facharbeiter werden von dem Fachkräftebedarf profitieren können. Vor allem für junge Menschen werden sich die Chancen verbessern. Brandenburgs Wirtschaft braucht die Jugend des Landes, das ist eine zentrale Botschaft der Studie.“ Gleichwohl würde sich das Problem der Arbeitslosigkeit nicht auflösen. Oft würden die Qualifikationen der Arbeitssuchenden nicht mit den in den Betrieben benötigten Qualifikationen übereinstimmen. Umso wichtiger sei es deshalb, so Ziegler, dass passgenaue Qualifizierungen angeboten und genutzt werden und Betriebe ihren Nachwuchs in noch größerem Maße selbst ausbilden.

Ausgehend von den Ergebnissen der Studie wies die Ministerin auf folgende Schwerpunkte für die Arbeits- und Qualifizierungspolitik des Landes in Verbindung mit anderen Politikbereichen auf:

- Verbesserung der Berufsorientierung. Frühzeitige Zusammenarbeit und ein aktives Engagement von Schule und Wirtschaft
- Stärkung der betrieblichen Ausbildungsbasis und die Ausbildung im Verbund. Mehr Betriebe für die Erstausbildung gewinnen und die Qualität der Ausbildung stärken.
- Weiterförderung der Kompetenzentwicklung der Beschäftigten in kleinen und mittleren Betrieben
- Keine Vernachlässigung der Qualifizierung von Arbeitssuchenden. Hier sind die Agenturen, Arbeitsgemeinschaften und Ämter gleichermaßen gefordert.
- Verbesserung des Transfers Hochschule-Wirtschaft


Das Arbeitsministerium hatte die Studie mit der „Brandenburger Fachkräfteprognose“ vor einem Jahr an das Institut für praxisorientierte Sozialforschung und Beratung an der Universität Jena in Auftrag gegeben. Forschungsleiter Michael Behr berichtete, dass entsprechende Daten aus rd. 450 Unternehmen aus den Industriebereichen Maschinenbau, Fahrzeugbau, Nahrungsmittelindustrie, Chemie und Biotechnologie sowie Betrieben aus dem Tourismus, der Gesundheits- und Sozialwirtschaft mit insgesamt ca. 30.000 Beschäftigten erfasst wurden. Unter regionalen Gesichtspunkten konzentrierten sich die Untersuchungen auf die drei Planungsregionen Havelland-Fläming, Lausitz-Spreewald und Uckermark-Barnim. Die Ergebnisse basieren auf Erkenntnissen über wirtschaftliche Entwicklungsperspektiven der Firmen, Fachkräftebedarf, Arbeitsmarkt, Ausbildung und betriebliche Personalwirtschaft.

[Kurzfassung der Studie]