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Mehr Anreize für Familien schaffen

veröffentlicht am 10.08.2005

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat vermehrte Anstrengungen zur Unterstützung von Familien angemahnt. Der sich vollziehende demografische Wandel führe zu tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaft, sagte Platzeck am Mittwoch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) in Berlin.


In Brandenburg würden dabei nicht nur zuwenig Kinder geboren. Hinzu komme, dass vor allem vor dem Hintergrund besserer Berufsaussichten viele jüngere Menschen in anderen Bundesländern Beschäftigung suchten. So hätten allein zwischen 1993 und 2000 mehr als 27 000 junge Frauen Brandenburg verlassen. Folge dieser Entwicklung seien sinkende Geburtenzahlen sowie langfristig ein Fachkräftemangel und Veränderungen in der Sozialstruktur der Gesellschaft.


Der sich in Ostdeutschland „im Zeitraffertempo“ vollziehende demografische Wandel müsse deshalb durch eine nachhaltige Familienpolitik abgefedert werden, sagte Platzeck. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die guten Kinderbetreuungseinrichtungen in Brandenburg sowie die lokalen Bündnisse für Familien, von denen es derzeit in Brandenburg vier gebe. Ziel sei, ein lebenswertes Umfeld für Familien zu schaffen. Dabei werde deutlich, dass Land, Kommunen, gesellschaftliche Gruppen und Unternehmen in einer familienpolitischen Verantwortung stehen


Platzeck hob das Engagement von Bundesfamilienministerin Schmidt hervor, der es durch vielfältige Initiativen gelungen sei, die Familienpolitik nach jahrelanger Vernachlässigung wieder in den gesellschaftspolitischen Fokus zu rücken. Der brandenburgische Ministerpräsident plädierte zudem für das von der Bundesfamilienministerin geplante Elterngeld. Das Vorbild Schweden habe deutlich gemacht, welch positive Wirkungen ein solcher Schritt haben könne.


Der brandenburgische Ministerpräsident kündigte an, dass im Herbst ein familienpolitisches Maßnahmepaket vorgelegt und dazu am 25. Oktober ein familienpolitischer Kongress durchgeführt werden solle. Ziel sei, die Erziehungsfähigkeit zu stärken, eine familiengerechte Infrastruktur zu sichern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Platzeck mahnte, die Diskussion um den demografischen Wandel müsse auch zur Beantwortung der Frage führen, was Kinder der Gesellschaft eigentlich wert sind. Nötig sei auch ein Mentalitätswandel in der Gesellschaft, fügte Platzeck hinzu.


(Weitergehende Informationen unter www.demografie.brandenburg.de sowie im 2. Bericht der Landesregierung Brandenburg zum demografischen Wandel.
Download des 2. Demografieberichts (pdf-Datei, 187 kb)
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