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Gute Partnerschaft zwischen Kirche und Staat - Platzeck bei Herbstsynode der evangelischen Kirche

veröffentlicht am 14.11.2007

Ministerpräsident Matthias Platzeck setzt beim Erhalt und der Weiterentwicklung einer humanen, sozialen und solidarischen Gesellschaft auf die engagierte Mitwirkung der Kirchen. In einer Rede vor der Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sagte er am Mittwoch wörtlich: „Ich wünsche den Kirchen auch um der Humanität der Gesellschaft willen, dass ihre mitgestaltende Kraft nicht erlahmt. Von ihrer Botschaft geht ein Wärmestrom aus, ohne den unsere Gesellschaft in asozialer Kälte erstarren könnte.“

Platzeck würdigte in diesem Zusammenhang die Teilnahme von Kirchenvertretern am neuen brandenburgischen Bündnis für Werte in der Erziehung. „Denn Werte müssen von Generation zu Generation neu vermittelt und erworben werden. Eine Gesellschaft ohne verbindende Werte droht ´wert-los´ zu werden“, mahnte Platzeck und fuhr fort: „Auch wenn Kirche sich nicht als ´Bundes-Werte-Agentur´versteht, muss sie doch ihre eigenen Themen und die von ihr vertretenen Werte einbringen, sei es als ´Schmieröl´ oder notfalls als ´Sand im Getriebe´.“ Der Ministerpräsident lobte das kirchliche Engagement im Bildungsbereich. Die Evangelische Akademie, die kirchliche Aus- und Hochschulbildung, die kirchlichen Publikationen würden auch von Brandenburgern genutzt. „Ein dichter werdendes Netz von konfessionellen Schulen und Kindertagesstätten bereichert unsere Bildungslandschaft“, so Platzeck.

Der Ministerpräsident äußerte sich zufrieden mit dem Verhältnis zwischen Staat und Kirche in Brandenburg. Die Kirche sei ein „stabiler und zugleich stabilisierender Faktor in unserer Gesellschaft.“ Er fasste die vielfältige Zusammenarbeit in den Satz: „Es ist berechtigt, von einer guten Partnerschaft zwischen Staat und Kirche zu sprechen – Sie dient unserem Land und seinen Menschen.“

Platzeck erinnerte daran, dass Kirchengebäude für viele Dörfer Brandenburgs identitätsstiftende Symbole für Heimat seien. Das Land unterstütze die zahlreichen Initiativen zur Bewahrung der Kirchengebäude etwa durch „Startkapital“ für bislang 44 Kirchenfördervereine. Platzeck sprach angesichts von insgesamt 200 Fördervereinen, die sich landesweit für Kirchengebäude einsetzen von einer „eindrucksvollen ehrenamtlichen Arbeit“. Er zollte der vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeit zahlreicher Kirchenmitglieder Anerkennung. „Wenn es eine Institution gibt, die man als Mutter des Ehrenamts bezeichnen könnte, dann ist das die Kirche“, sagte Platzeck.

Ausdrücklich unterstützte er das Vorhaben der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, offensiv mit den Fragestellungen zur demografischen Entwicklung umzugehen. „Die Landesregierung geht ebenso wie die Kirche davon aus, dass sich Antworten auf diese Fragen nur finden lassen, wenn diese offensiv angegangen werden.“ Als Beispiele staatlicherseits nannte er die Neuausrichtung der Wirtschaftsförderpolitik und die Überarbeitung der Landesplanung.