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Unterirdische Kohlendioxidspeicherung – Harms: Brandenburg Innovationslabor für klimaschonende Energietechnologien

veröffentlicht am 13.06.2007

Als eine der „hoffnungsvollsten Technologien zur Reduzierung des Treibhausgases Kohlendioxid“ bezeichnete der Bevollmächtigte des Landes beim Bund und für Europaangelegenheiten, Staatssekretär Gerd Harms, heute den Auftakt der erstmaligen unterirdischen Kohlendioxidspeicherung in Ketzin (Havelland) bei der Inbetriebnahme der ersten Komponenten der Injektionsanlage sowie des Feldlabors. Brandenburg bestätigt durch dieses Projekt seine Rolle als „Innovationslabor für klimaschonende Energietechnologie.“ Das international stark beachtete Verfahren startete heute mit einem hochkarätigen Wissenschaftsworkshop im Potsdamer Geoforschungszentrum (GFZ).

An der Bohrstelle in Ketzin sagte Harms: „Ich bin sicher, dass der Ortsname Ketzin schnell in die internationale Wissenschaftsliteratur Eingang finden wird, und sich der Ort als Anlaufstelle für Fachwissenschaftler und Technologen aus aller Welt etabliert. Neben der Abscheidung ist die unterirdische Verbringung von CO2 eine wesentliche Chance, Kohle als Energieressource weiterhin einsetzen zu können, ohne den Klimawandel weiterhin zu forcieren. Das liegt nicht nur im elementaren Interesse Brandenburgs. Dies ist eine Brückentechnologie.“ Brandenburg wolle und brauche diese Brücke. Harms weiter: „Aber wir sind genauso zielstrebig dabei, unsere bundesweite Vorreiterrolle im Bereich der alternativen Energien auszubauen.“

Das im April 2004 gestartete Projekt CO2SINK lotet die technischen und geologischen Möglichkeiten aus, CO2 unterirdisch und somit klimaneutral zu speichern. Der nahe der Stadt Ketzin gelegene Speicherstandort zeichnet sich durch eine besondere geologische Eignung aus. Er diente bislang als saisonaler Untergrundspeicher für Erdgas. Daher kann auf eine große Anzahl an geologischen Daten zurückgegriffen werden. Insgesamt wird das GFZ drei Bohrlöcher 700 Meter tief in eine poröse salzwasserführende Sandschicht treiben. Über ein Loch sollen bis 2009 60.000 Tonnen CO2 eingepumpt werden. Über die anderen Bohrlöcher werden die Forscher prüfen, wie sich das unter Druck flüssige CO2 in der Tiefe verhält, um Rückschlüsse für die im nächsten Jahrzehnt geplante großtechnische Anwendung zu ziehen.