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Platzeck besuchte Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem – Besuch in Israel mit politischen Gesprächen fortgesetzt

veröffentlicht am 25.04.2007

Ministerpräsident Matthias Platzeck hat heute zum Auftakt seiner Israel-Reise zusammen mit brandenburgischen Schülern die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht. In das Gästebuch der Gedenkstätte schrieb er nach der Besichtigung: „Wir tragen Verantwortung, damit sich dieses Grauen niemals wiederholen kann. Diese Verantwortung geht auf unsere Kinder über. Wir müssen sie befähigen, dieser Verantwortung gerecht zu werden.“ In der Holocaust-Gedenkstätte hatte Ministerpräsident Platzeck in der „Halle der Erinnerung“ einen Kranz niedergelegt und symbolisch das Mahnfeuer entfacht. Unmittelbar nach der beeindruckenden Führung durch die Gedenkstätte appellierte Platzeck an die mitgereisten Schüler eines Elsterwerdaer Gymnasiums und eines Cottbuser Oberstufenzentrums, sich der Verantwortung für die Geschichte zu stellen.

Ministerpräsident Platzeck, der sich seit gestern zu einem viertägigen offiziellen Besuch in Israel befindet, fuhr im Anschluss zur israelischen Regierung, um am Mittag und Nachmittag erste politische Gespräche zu führen. Platzeck wird dabei in Jerusalem mit dem Industrie- und Handelsminister Eli Yishai, der Bildungsministerin Yuli Tamir und dem Vize-Premierminister und Friedensnobelpreisträger Shimon Peres zu Unterredungen zusammenkommen. In den Gesprächen wird es um den Ausbau bestehender brandenburgisch-israelischer Kontakte gehen.

Ein weiterer Höhepunkt steht für Platzeck am heutigen Abend an der Hebräischen Universität in Jerusalem an. Zuerst wird dort ein Nutzungsvertrag zwischen dem Einstein-Forum Potsdam und der Hebräischen Universität Jerusalem über das Einsteinhaus in Caputh unterzeichnet. Unmittelbar danach eröffnet der Ministerpräsident die Ausstellung „Erinnern – Gedenken – Forschen. Zehn Jahre Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten“. Im Anschluss wird er mit Holocaust-Überlebenden aus Brandenburg zusammenkommen.

(ACHTUNG – Nachfolgende Passage hat Sperrfrist 18.00 Uhr)

Dabei verlieh er feierlich den Landesorden an Menschen, die sich in besonderer Weise um das Wachhalten der Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus verdient gemacht haben. Bei den Geehrten handelt es sich um drei Überlebende von Konzentrationslagern, darunter in Sachsenhausen und Ravensbrück. Sie setzen sich seit vielen Jahren in Israel sowie in den Brandenburgischen Gedenkstätten dafür ein, dass die Erinnerung an die NS-Verbrechen nicht verblasst.

Platzeck dankte den Geehrten für ihr großes Engagement. Er betonte: „Die Schrecken des Nationalsozialismus dürfen niemals in Vergessenheit geraten. Gerade Kinder und Jugendliche müssen erfahren und begreifen, wie die menschenverachtende Politik der Nazis funktionierte. Nur so können wir nachfolgende Generationen gegen die Parolen und Geschichtsverzerrungen der Ewiggestrigen wappnen. Die Erlebnisse von Zeitzeugen sind hier aussagekräftiger als manches Buch.“

Ausgezeichnet wurden:

Abram Lancman


hat sich insbesondere um das Sachsenhausen-Komitee in Israel verdient gemacht, das in den 1990er Jahren auf Initiative der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten gegründet wurde. Er ist seit einigen Jahren der Vorsitzende des Komitees und dessen Vertreter im Internationalen Sachsenhausen-Komitee. Bei den Vorbereitungen für die Veranstaltungen anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung im Jahre 2005, als rund 150 Überlebende und Angehörige aus Israel als Gäste der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten an den Veranstaltungen teilnahmen, war er ein wichtiger Ansprechpartner vor Ort.

Batsheva Dagan

Die Psychologin hat sich intensiv mit der Vermittlung der Shoa-Thematik an Kinder beschäftigt und dazu mehrere Kinderbücher verfasst. Die Bücher sind in Israel sehr bekannt, eines wird in Kürze in deutscher Übersetzung erscheinen. Sie war schon oft als Zeitzeugin in Deutschland zu Gast, darunter in der Gedenkstätte Ravensbrück. Dort hat sie mehrfach an dem Begegnungsprojekt der Landtagspräsidenten aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern teilgenommen, welche in jedem Jahr mit je einer Schulklasse aus ihrem Land für zwei Tage in die Gedenkstätte kommen.

Hannah Pick-Goslar

musste 1933 als Jüdin mit ihrer Familie vor den Nazis aus Deutschland fliehen. In Amsterdam lernte sie Anne Frank kennen und freundete sich mit ihr an. Nach Kriegsausbruch wurden die Niederlande besetzt und Juden deportiert, darunter die Familie Goslar. Anfang 1945 traf Hannah Goslar im Konzentrationslager Bergen-Belsen Anne Frank wieder, die dort wenig später umkam. Als Zeitzeugin für die Verbrechen des Nationalsozialismus war sie mehrmals in Brandenburg, zuletzt erzählte sie 2005 Potsdamern ihre Geschichte und die von ihrer Freundschaft mit Anne Frank.

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Am morgigen Donnerstag wird der Ministerpräsident mit Vertretern der palästinensischen Autonomiebehörde zu politischen Gesprächen zusammentreffen. Zu den Gesprächspartnern in Ramallah wird neben anderen der stellvertretende Ministerpräsident und Fatah-Fraktionsvorsitzende Al-Ahmad gehören.

Am morgigen Abend wird Platzeck in Jerusalem im Sha’are Zedek Krankenhaus die vom Moses-Mendelssohn-Zentrum Potsdam erarbeitete Ausstellung „Vom Hekdesch zum Hightech – 250 Jahre Jüdischen Krankenhaus Berlin“ eröffnen.

Fotos zum Platzeck-Besuch in Israel sind – sobald verfügbar - unter www.presse.brandenburg.de kostenfrei abrufbar.