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Land unterstützt Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben-Berga

veröffentlicht am 24.11.2019

Das Land unterstützt den Verein Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben-Berga im Kreis Elbe-Elster beim weiteren Ausbau seines Informations- und Begegnungszentrums. Der Ministerpräsident und das Kulturministerium stellen jeweils 2.350 Euro aus Lottomitteln für die Anschaffung von Vitrinen und Stühlen sowie den Bau eines Materiallagers bereit.


Der Verein hat dafür Gesamtkosten in Höhe von 5.100 Euro veranschlagt. Die ehrenamtlichen Mitglieder wollen das Informationszentrum rechtzeitig zum 75. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager im kommenden Jahr fertigstellen.


Ministerpräsident Dietmar Woidke: „Der Verein leistet in ausschließlich ehrenamtlicher Arbeit Bemerkenswertes. Seine Mitstreiter stehen für eine würdige Erinnerungsarbeit. Sie forschen zur Geschichte des KZ-Außenlagers, organisieren Veranstaltungen und ermöglichen Begegnungen mit Zeitzeugen. Sie sorgen dafür, dass nicht vergessen wird, was im Nationalsozialismus geschehen ist und was sich nie wiederholen darf. Gerne unterstütze ich diese Anstrengungen des Vereins."


Kulturministerin Manja Schüle: „Die Gedenkstätte Schlieben-Berga zeigt berührend die brutalen und menschenverachtenden Lebens- und Arbeitsbedingungen der vom NS-Regime inhaftierten Menschen. Schlieben-Berga ist - neben anderen Gedenkstätten wie Sachsenhausen, Ravensbrück, Jamlitz und der Belower Wald - ein wichtiger Ort der Aufklärung und Erinnerung in unserem Land. Die brandenburgischen Gedenkstätten erinnern konkret und unmittelbar an individuelle Schicksale und unzähliges Leid - und machen eindrücklich klar, was geschieht, wenn einer Gesellschaft Toleranz, Empathie und Zivilcourage verloren gehen."


In Berga bei Schlieben errichteten die Nationalsozialisten das größte von insgesamt 136 Außenlagern des KZ Buchenwald. Es wurde vom Rüstungsbetrieb Hasag Hugo Schneider AG betrieben. Bis zu 5.000 Menschen waren dort inhaftiert, in der Mehrzahl Frauen. Die genaue Zahl der Opfer ist nicht bekannt. Etliche Insassen wurden noch kurz vor der Befreiung in das KZ Theresienstadt verschleppt. Rund 130 Häftlinge wurden am 21. April 1945 durch die Rote Armee befreit.


Nach 1945 wurden die noch vorhandenen Baracken zu Wohnungen für Flüchtlinge ausgebaut, auf dem ehemaligen Hasag-Areal entstanden Industriebetriebe. Einen Teil des Geländes nutzten die NVA und später die Bundeswehr. Der Verein Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben-Berga kümmert sich um die Entwicklung des Erinnerungsortes, organisiert Angebote der historisch-politischen Bildung und betreibt Forschungsarbeiten.

Pressemitteilung als PDF (application/pdf 227.6 KB)