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„Plädoyer für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit" - Woidke gratuliert Rolf Henrich zum 75. Geburtstag

veröffentlicht am 22.02.2019

Ministerpräsident Dietmar Woidke hat dem Mitbegründer des „Neuen Forum" in der DDR, Rolf Henrich, herzlich zu dessen 75. Geburtstag am kommenden Sonntag (24. Februar) gratuliert. In dem Glückwunschschreiben würdigt Woidke das Eintreten des Juristen und Buchautors für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu  Wendezeiten und im vereinten Deutschland.


Woidke:Mit Ihrer schonungslosen Analyse der DDR als einem ‚vormundschaftlichen Staat‘ haben Sie 1989 so manchem Idealisten die Augen geöffnet und vielen Menschen Mut gemacht. Dieser couragierte Schritt, für den Sie persönliche Konsequenzen in Kauf genommen haben, hat der friedlichen Revolution enormen Rückenwind verliehen. Sie haben sich selbst nicht in Ihrer Kritik ausgespart. Und Ihren Willen zur Veränderung auch später im Neuen Forum und am Runden Tisch gelebt.


Ihr Plädoyer für Freiheit und Selbstverantwortung war damals wichtig und hat bis heute nichts von seiner Bedeutung eingebüßt. Sie selbst treten immer wieder mit klaren Worten für gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein. Auf diese Weise erinnern Sie daran, dass es auf jede und jeden Einzelnen ankommt, das Geschenk der Freiheit zu erhalten und zu nutzen. Dafür danke ich Ihnen sehr."


Das Buch „Der vormundschaftliche Staat. Vom Versagen des real existierenden Sozialismus" war im April 1989 im westdeutschen Rowohlt-Verlag erschienen. Darin kritisierte der in Magdeburg geborene Henrich die DDR aus rechtspolitischer Sicht und analysierte die Ursachen von Fehlentwicklungen. Das Buch wurde zu einer Ermutigung für die Bürgerrechtsbewegung in der DDR. Henrich wurde aus dem Anwaltskollegium und der SED ausgeschlossen und erhielt faktisch Berufsverbot. Am 11.09.1989 gründete Henrich unter anderen mit Bärbel Bohley das „Neue Forum". Henrich war einer der Vertreter des „Runden Tisches". Als Anwalt trat er unter anderem bei den so genannten Mauerprozessen in Erscheinung. Seine Erfahrungen verarbeitete er 2001 in seinem ersten Roman „Die Schlinge".


Rolf Henrich ist ein Brandenburger Kopf


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