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Kralinski: Gemeinsame Wachstumsregion für das östliche Mitteleuropa wünschenswert

veröffentlicht am 16.06.2016

Der Beauftragte für Internationale Beziehungen, Staatssekretär Thomas Kralinski, hat eine gemeinsame Wachstumsregion für das östliche Mitteleuropa angeregt. Es sei es an der Zeit, „ein neues Kapitel der deutsch-polnischen Kooperation aufzuschlagen und über die unmittelbare Grenzregion an Oder und Neiße hinauszuschauen“, sagte Kralinski heute in Berlin auf einer Tagung des „Progressiven Netzwerks Deutschland-Polen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung.


Im östlichen Mitteleuropa existierten genügend Potenziale, um eine dynamische Wachstumsregion zu entwickeln, erläuterte Kralinski. Solch eine mittelosteuropäische Wachstumszone könne die Region von Hamburg über Berlin, Leipzig-Dresden-Prag bis nach Breslau-Oberschlesien-Krakau im Osten sowie Wien-Bratislava im Süden umfassen. Hier gebe es vielfältige kulturelle Beziehungen und historische Bezüge, eine entwickelte Infrastruktur, wichtige industrielle Zentren, bedeutende Wissenschaftsstandorte, Zentren von Kultur und Tourismus sowie Metropolen, die weit über die Region hinaus strahlen.


„Die Integration unserer mittelosteuropäischen Nachbarn in die EU eröffnet jetzt die Perspektive, dass genau an dieser alten Schnittlinie eine neue Wachstumsdynamik entstehen kann – und entstehen muss“, unterstrich Kralinski. Erste gute Ansätze dafür gebe es bereits. Das Programm der diesjährigen europäischen Kulturhauptstadt Breslau werde in der deutschen Hauptstadtregion intensiv wahrgenommen. Die Uckermark im Nordosten Brandenburgs wiederum sei in den vergangenen Jahren zur neuen Heimat für mehrere tausend Polen geworden. Es gebe praktische Ideen für gemeinsame Stadtverwaltungen in der Grenzregion, für eine gemeinsame deutsch-polnische Universitätsfakultät, für ein gemeinsames deutsch-polnisch-tschechisches Fernsehprogramm. „Alle diese Ideen können positive Anstöße sein, damit die Menschen sich näher kommen. Zudem kann die positive Vision einer großen gemeinsamen Wachstumsregion dazu beitragen, aufgekommene Zweifel am Modell der europäischen Integration zu zerstreuen.“