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Hochwasserwelle erreicht Brandenburg

Zu den Ergebnissen der Kabinettsitzung teilt die stellvertretende Regierungssprecherin Gerlinde Krahnert mit:

veröffentlicht am 28.09.2010

Umweltstaatssekretär Heinrich-Daniel Rühmkorf unterrichtete heute das Kabinett über die aktuelle Hochwassersituation im Süden Brandenburgs. Nachdem in Sachsen nach starken anhaltenden Regenfällen am Wochenende mehrere Ortschaften und weite Landstriche überflutet worden sind, trifft die Hochwasserwelle in Brandenburg ein. Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) wird ihren Urlaub unterbrechen, um sich morgen über die Situation vor Ort zu informieren.

Durch eine Vb-Wetterlage ist es seit Samstag (25.9.) zu flächendeckenden Regenfällen mit einer Gesamtniederschlagsmenge von teilweise über 100 Litern/Quadratmeter in der sächsischen und brandenburgischen Lausitz gekommen. Diese Situation führte zu Überflutungen großer land- und forstwirtschaftlicher Flächen in Sachsen und Südbrandenburg und verstärkt zu Kellerwasserschäden in mehren Ortschaften. Nachdem für die Flüsse Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße auf sächsischem Gebiet bereits am gestrigen Montag die Alarmstufen 3 bzw. 4 ausgerufen wurden, erreichte die Hochwasserwelle in der vergangenen Nacht auch Brandenburger Territorium – genau sieben Wochen nach dem letzten Hochwasser.


Spree
Im Raum Spremberg erreichen die Pegel der Spree heute mittag die Richtwerte der Alarmstufe 3. Dem Landrat des Landkreises Spree-Neiße hat das Landesumweltamt (LUGV) empfohlen, die Alarmstufe 3 auszurufen. Wegen aktueller Baumaßnahmen ist das Wasser in der Talsperre Spremberg weitgehend abgelassen worden. Damit steht der maximale Stauraum zur Verfügung. Das LUGV plant, die Wasserstände unterhalb der Talsperre nicht über die Richtwerte der Alarmstufe 2 steigen zu lassen. Für die Stadt Cottbus und den Spreewald entspricht dies den Wasserständen aus dem letzten Hochwasser.

Zur Zeit fließen 75 Kubikmeter pro Sekunde aus den sächsischen Gebieten in die Talsperre. Der Zufluss wird sich in den Bereichen des letzten Hochwassers bewegen. Heute und morgen ist in Spremberg mit weiteren Wasserstandsanstiegen zu rechnen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Richtwerte der Alarmstufe 4 erreicht werden.


Schwarze Elster
Im Raum Elsterwerda erreichte der Pegel bereits in den frühen Morgenstunden die Werte der Alarmstufe 3; das ist für den Raum Herzberg im Laufe des heutigen Nachmittags zu erwarten. Dem Landrat des Kreises Elbe-Elster hat das LUGV die Ausrufung der A3 empfohlen. Aufgrund der starken Anstiege in den sächsischen Zuflüssen, insbesondere der Röder, werden vor allem im Bereich der Pulsnitz und im Raum Bad Liebenwerda die Wasserstände die Richtwerte für die Alarmstufe 4 in den heutigen Abendstunden voraussichtlich überschreiten.


Neiße
In der zweiten Hälfte des morgigen Tages (29.9.) werden die aus Sachsen kommenden Wassermassen die Richtwerte der Alarmstufe 3 deutlich überschreiten; das Erreichen der Richtwerte für die Alarmstufe 4 ist nicht auszuschließen.


Elbe
Am Pegel Usti n.L. ist die Wasserführung wesentlich schneller angestiegen als vorhergesagt. Wegen dieser stark steigenden Tendenz rechnet das LUGV damit, dass die Elbe bei Mühlberg die Werte für die Alarmstufe 2 erreicht.