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2. Tag der Minsk-Visite: Gespräche mit Politik, Energieexperten und Zivilgesellschaft

veröffentlicht am 27.04.2010

Im Rahmen seines Besuchs in Belarus hat Ministerpräsident Matthias Platzeck heute in der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ (IBB), Minsk, die Premierentagung zur „Zukunftswerkstatt“ eröffnet.

Bei dem gleichnamigen Projekt geht es zum einen um den Bau des ersten Niedrigenergiehauses in Weißrussland. In dem Gebäude soll sich zum zweiten ein Diskussionsforum etablieren, das sich mit Fragen des energieeffizienten Bauens, dem Einsatz von alternativen Energien und dem Gedenken an das Atomunglück von Tschernobyl beschäftigen wird. Platzeck betonte: „Das Projekt wird einen bedeutenden Stellenwert beim Austausch wichtiger Fragen der Zukunft der Menschheit einnehmen. In Belarus besteht ein großes Interesse an regenerativer Energietechnik und dem technischen Know-how brandenburgischer Energieunternehmen.“ Insbesondere im Bereich der Windenergie gebe es sehr konkrete Kooperationsvorstellungen.

Zuvor war Platzeck mit Außenminister Sergej Martynow und dem Leiter der Präsidialverwaltung, Wladimir Makej, zusammengetroffen. Bei den Gesprächen ging es um die wirtschaftliche Kooperation und um die Annäherung bei europäischen Themen im Rahmen der von der EU initiierten „Östlichen Partnerschaft“. Der Ministerpräsident sagte: „Wir haben vor einem Jahr damit begonnen, Brücken zu schlagen. Auf diesen findet nun der erste Austausch statt. Die Brücken sind trotz widersprüchlicher Entwicklungen vor Ort zunehmend belastbar.“

Vereinbart wurde unter anderem, in Fragen der Aus- und Weiterbildung des beruflichen Nachwuchses noch enger zusammenzuarbeiten. Insbesondere die Europauniversität Viadrina soll sich als attraktiver Studienort für weißrussische Abiturienten profilieren. Positive Signale gab es auch für ein trinationales Nationalparkprojekt. Je eine polnische und eine belarussische Einrichtung sowie der Nationalpark Unteres Odertal wollen ein grenzüberschreitendes Schutzgebietsmanagement organisieren.

Am Abend wird der Ministerpräsident die Erfahrungen Brandenburgs im Transformationsprozess der vergangenen 20 Jahre auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Minsk vorstellen.