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Zum 65. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager: „Aus dem Steinbruch der Geschichte Brücken in die Zukunft bauen“

veröffentlicht am 18.04.2010

Gemeinsam mit den Überlebenden und Gästen aus aller Welt wird Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck heute der Befreiung der Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen vor 65 Jahren gedenken. Aus diesem Anlass erklärt Platzeck in Potsdam:

„Dieser 19. April 2010 ist für die Überlebenden der einstigen Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen, für uns alle im Land Brandenburg ein wichtiger Tag. Bietet er doch noch einmal die Chance, gemeinsam mit über 300 Überlebenden der einstigen Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen der Opfer zu gedenken und die Erinnerung daran wach zu halten, was Menschen unter dem Nationalsozialismus angetan wurde. Ich bin jedem einzelnen der Zeitzeugen dankbar, dass er die Kraft aufbringt, an die Orte des Schreckens zurückkehren. Die Entwicklung der internationalen Gedenk- und Begegnungsstätten ist vor allem den Überlebenden selbst zu verdanken. Sie waren es, die ihre persönlichsten Erinnerungen in Wort und Bild, in kleinen und großen Hinterlassenschaften konserviert haben. Sie sind es noch heute, die Ravensbrück und Sachsenhausen zu authentischen Orten des Erinnerns für die Betroffenen, ihre Familien und die gesamte Nachwelt machen.

Mein Appell richtet sich an alle Nachgeborenen, vor allem an die jungen Menschen: Hört nie auf zu fragen nach dem Warum, nach dem Woher und dem Wann. Wer die Zukunft gestalten will, muss die Vergangenheit verstehen. Freiheit ist auch heute keine Selbstverständlichkeit, sondern Geschenk und Verpflichtung zugleich. Nie zuvor gab es so viele Möglichkeiten, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Die Archive sind offen, moderne Medien bieten technisch neue Wege zur Aufarbeitung, für Bildung und Gedenken. Nutzen wir sie. Dann werden wir aus dem Steinbruch der Geschichte Brücken in die Zukunft bauen.“