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20. Jahrestag der Öffnung der ungarischen Grenzen nach Österreich - Platzeck in Videobotschaft: Starke EU verhindert Diktaturen

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veröffentlicht am 09.09.2009

Ministerpräsident Matthias Platzeck hat anlässlich des morgigen 20. Jahrestages der Öffnung der ungarischen Grenzen nach Österreich auf die historische Dimension dieser Entscheidung verwiesen. In einer Videobotschaft betonte er zugleich, es sei Aufgabe der heutigen Generation, die Europäische Union stark zu halten, damit Diktaturen keine Chance mehr haben.

„Für viele junge Menschen von heute, die in der Europäischen Union ganz selbstverständlich von Portugal bis Finnland, von Irland bis Zypern reisen, dort studieren, arbeiten und wohnen können, mag die ungarische Entscheidung von damals vielleicht nicht brisant oder sensationell erscheinen. Sie war es aber“, sagte Platzeck.
„Das Loch im ungarischen Drahtverhau riss in den Eisernen Vorhang, der ganz Europa seit vier Jahrzehnten in zwei Hälften zerschnitt, eine zunächst kleine, aber für die Führung der DDR höchst gefährliche Lücke. Einerseits wurden die im Sommer 1989 geflüchteten Bürger in der DDR schmerzlich vermisst. Es waren Ingenieure und Facharbeiter, Ärztinnen und Straßenbahnfahrer, die das Land verließen - was die Versorgungsmängel in der DDR weiter verschärfte. Andererseits konnten die in der DDR gebliebenen Bürger nun Tag für Tag im Westfernsehen die Freude der Ausgereisten über ihre Ankunft im Westen verfolgen.” Dies alles habe den in der DDR ohnehin verbreiteten Verdruss über die Verhältnisse im Land noch mehr gesteigert. So habe das kleine Loch in der ungarisch-österreichischen Grenze in der DDR eine beispiellos zugespitzte Lage geschaffen. „Mehr noch: Die Ungarn haben damit entscheidend dafür gesorgt, die schreckliche Normalität des kalten Krieges zu beenden.“

Weiter sagte Platzeck: „Das Ende der Teilung Europas hat Regierungen hinweg gefegt und die EU gestärkt. Sie stark zu halten, damit Diktaturen keine Chance mehr haben, ist Aufgabe der heutigen Generation. Deswegen lohnt für uns Deutsche, für uns Brandenburger die Erinnerung an das mutige Handeln der Ungarn. Wir haben ihnen viel zu verdanken.“

(Die gesamte Videobotschaft finden hier )