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Platzeck: „Größte Deichrückverlegung in der Bundesrepublik ist beendet“

veröffentlicht am 12.08.2009

Ministerpräsident Matthias Platzeck hat die Rückverlegung des Elbe-Deiches am so genannten Bösen Ort bei Lenzen als „Beispiel gebende Realisierung“ bezeichnet. „Hier wurde der Neubau eines Deiches mit der Schaffung einer großen Überflutungsfläche kombiniert. Durch die Rückverlegung werden 3800 Menschen sowie Industrie und Landwirtschaft besser vor Hochwasser geschützt. Der `Böse Ort` hat durch die Tatkraft vieler Menschen seinen Schrecken verloren“, sagte Platzeck bei einer Veranstaltung am Mittwoch. „Mit der Altdeichöffnung wird die größte Deichrückverlegung in der Bundesrepublik beendet“, fügte der Ministerpräsident hinzu.

Platzeck erinnerte an die Jahrhundertflut der Elbe im Sommer 2002, die besonders in Sachsen und Sachsen-Anhalt verheerende Schäden angerichtet hatte. Am „Bösen Ort“ bei Lenzen im äußersten Nordwesten Brandenburgs sei es buchstäblich erst in letzter Sekunde tausenden Helfern gelungen, die Flutkatastrophe abzuwehren.

Für die Realisierung der Deichrückverlegung mit dem Deichneubau in der Verantwortung des Landesumweltamtes lobte Platzeck besonders die Zusammenarbeit von Hochwasser- und Naturschutz: „Das setzt Maßstäbe über Ländergrenzen hinweg“.

Durch die Verlegung der Trasse um mehr als einen Kilometer in das Hinterland wurde eine Überflutungsfläche von zirka 420 Hektar neu geschaffen. Der Pegel ankommender Hochwasserwellen kann dadurch um bis zu 40 Zentimeter abgesenkt werden. Zugleich entsteht Platzeck zufolge auf einstigem Weideland eine naturnahe Landschaft mit Auengewässern und Qualmwasserzonen sowie Stromtalwiesen und Auwald. Dies sei schon jetzt ein Anziehungspunkt für viele Touristen aus Nah und Fern.

Die Idee zu einer Rückverlegung des Deiches am „Bösen Ort“ ist mehr als 100 Jahre alt. Nach der friedlichen Revolution 1989/1990 erhielt sie neuen Auftrieb. In einem ersten EU-Projekt wurden zunächst Flächen für die geplante Deichrückverlegung erworben und erste Auwaldpflanzungen vorgenommen. Das Auenökologische Zentrum Burg Lenzen zeigt anschaulich die Geschichte und die Bedeutung der Deichrückverlegung. Die Öffnung des Altdeiches ist zentraler Bestandteil des Naturschutzgroßprojektes ´Lenzener Elbtalaue`.