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Hürden abgebaut: www.brandenburg.de wird barrierefrei

veröffentlicht am 05.08.2003

Rund sechs Monate nach Verabschiedung des Behindertengleichstellungsgesetzes durch den Potsdamer Landtag haben Staatskanzlei, Ministerium des Innern und Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen große Teile ihres Internetangebotes www.brandenburg.de an die Bedürfnisse von Behinderten angepasst.

Noch stellen für Menschen mit Behinderungen, seien sie motorischer, sensorischer oder geistiger Art die meisten Internetseiten im World Wide Web ein unüberwindliches Hindernis dar. Um auch diesem Nutzerkreis die Informationen auf www.brandenburg.de zugänglich zu machen, wurden in einem ersten Schritt mehrere hundert Internetseiten umprogrammiert.

So wird es für Sehbehinderte künftig möglich sein, sich die Seiten mit einem Screenreader - das ist eine spezielle Sprachsoftware - fehlerfrei vorlesen zu lassen. Menschen mit motorischen Behinderungen können mittels Accesskeys (Tastenkombination) auf den Seiten navigieren. Darüber hinaus ist es künftig möglich, die Schriftgröße der Texte im Browser zu verändern oder die Seiten in Schwarz/Weiss- bzw. Textansicht zu betrachten.
Auch sind die Ladezeiten der Seiten um rund 60 Prozent verringert worden.

“Wir wollen mit diesem Startangebot alle öffentlichen Informationsanbieter ermuntern, ihr Angebot im Netz an die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen anzupassen“, erklärte der Chef der Staatskanzlei Rainer Speer im Rahmen einer Pressekonferenz.

Innenminister Jörg Schönbohm kündigte an, auch das Landesintranet „bb-intern“ noch in diesem Sommer barrierefrei für die Mitarbeiter der Landesverwaltungen anzubieten: „Man darf die Menschen mit ihren Behinderungen nicht alleine lassen.“

Mit der Freischaltung der drei barrierefreien Webangebote ist die Landesregierung nach Aussagen von Sozialminister Baaske einer umfassenden Barrierefreiheit laut Behindertengleichstellungsgesetz vom 20.3. 2003 ein Stück näher gekommen. Darin wird die Landesregierung verpflichtet, seine Internetseiten auch für Behinderte zugänglich zu machen.

Im Land Brandenburg leben etwa 240.000 Menschen mit einer anerkannten Behinderung. Damit sind fast 10 % der brandenburgischen Bevölkerung von einer Behinderung betroffen. Deutschlandweit sind es rund 8 Millionen Menschen.