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Empfang in der Staatskanzlei: Ehrenamt - „Ein Grundpfeiler für funktionierende Gesellschaft

veröffentlicht am 05.12.2003

Ministerpräsident Matthias Platzeck hat sich heute in der Staatskanzlei bei rund 200 ehrenamtlich tätigen Brandenburgerinnen und Brandenburgern für deren engagierten Einsatz für ihre Mitmenschen und die Gesellschaft bedankt. Auf dem gemeinsam mit Landtagspräsident Herbert Knoblich veranstalteten Empfang anlässlich des „Tag des Ehrenamtes 2003“ bezeichnete er die Bandbreite der engagierten Aktivitäten von Einzelpersonen oder von Vereinen, in Städten und Dörfern als Spiegelbild der Vielfalt des gesellschaftlichen Lebens im Land Brandenburg.

Platzeck widersprach dem weit verbreiteten Bild von Resignation in Brandenburg. Das Gegenteil sei der Fall: „Brandenburgerinnen und Brandenburger sind überall im Land aktiv. Diese große Bereitschaft zur Verantwortung ist eine Kraft, die niemand unterschätzen sollte.“ Platzeck bezeichnete Bürgersinn und Mitmenschlichkeit, wie sie im Ehrenamt zum Ausdruck kommen, als „überlebenswichtig für ein Klima der Selbstbestimmung in unserer Gesellschaft“. Der Ministerpräsident regte an darüber nachzudenken, die Attraktivität dieser Tätigkeit zu steigern und die Rahmenbedingungen zeitgemäßer zu gestalten.

Als Beispiele nannte er ausreichenden Versicherungsschutz für die Helfer, Qualifizierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zur Mitbestimmung und Einflussnahme auf die zu verrichtende Arbeit. In vielen Bereichen ließen sich die Bedingungen vor Ort im gemeinsamen Gespräch überprüfen und gegebenenfalls verbessern. Ein solches Überprüfen und Verbessern der bestehenden Strukturen sei eine handfeste Form der Anerkennung, so Platzeck.

In seiner Begrüßungsrede hatte Sozialminister Günter Baaske das bürgerschaftliche Engagement „als einen Grundpfeiler für die Lebendigkeit, Vielfalt und soziale Stabilität Brandenburgs“ bezeichnet. Es müsse weiter verstärkt werden, auch weil es gewünscht ist, dass sich der Staat von vielen – nicht staatlichen - Aufgaben zurückzieht, die er bisher übernommen hatte. Baaske sieht darin keinen Verlust, „sondern einen Gewinn für die Gesellschaft und jeden einzelnen Beteiligten“.

Ein knappes Drittel der Bevölkerung Brandenburgs ist ehrenamtlich tätig. Dazu gehören neben vielen anderen die Bereiche (Jugend-)Sport und Feuerwehr, Stadtteilvereine, Arbeit mit und für Menschen mit Behinderungen, Schöffentätigkeit an Gerichten, Gewaltprävention, Deutsch-polnische Verständigung und Integration von Zuwanderern, Denkmalschutz, Seniorenarbeit, Familienförderung, Hochwasserbekämpfung, Landschaftspflege und Naturschutz, Kleingärten und Waldschulen, sowie Kommunalpolitik.