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11 Jahre Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung

Platzeck und Wanka gratulieren

veröffentlicht am 26.11.2003

Mit einer Festveranstaltung in Anwesenheit von Ministerpräsident Matthias Platzeck und Forschungsministerin Johanna Wanka beging das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam/Golm am Mittwoch sein 11-jähriges Jubiläum.

In seiner Ansprache würdigte Ministerpräsident Platzeck das Institut als national und international führende Forschungseinrichtung im Bereich der Material-Grundlagenforschung. Es sei Teil einer international konkurrenzfähigen Wissenschafts- und Forschungslandschaft, auf die die Brandenburger stolz sein könnten. Der gelungene Aufbau dieser Forschungslandschaft mit über 30 außeruniversitären Einrichtungen gehöre zu den Erfolgsgeschichten der Wiedervereinigung. Platzeck mahnte zugleich, Berlin und Brandenburg müssten künftig stärker als bisher die Chancen der Ballung von Forschungskompetenz in ihrer Region nutzen. Der Ministerpräsident kündigte die Errichtung eines weiteren Technologie- und Gründerzentrums am Standort Golm an. Auf diese Weise sollen neugegründete Unternehmen zu einer dauerhaften Geschäftstätigkeit am Standort animiert werden.

Forschungsministerin Wanka verwies in ihrem Grußwort auf die ungewöhnlich enge Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen und Universität im Wissenschaftspark Golm: „Die Geschichte des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung ist untrennbar mit der Gründung und Entwicklung des Wissenschaftsparks Golm verknüpft. In der Zusammenarbeit zwischen den drei hier ansässigen Max-Planck-Instituten - dem MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung, dem MPI für Gravitationsphysik, dem MPI für Pflanzenphysiologie - sowie dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung und der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam ist ein naturwissenschaftlicher Campus gewachsen, der die Verbindung von Lehre und Spitzenforschung - von der Grundlagenforschung bis hin zur industrienahen Forschung - ermöglicht. Der Standort Golm hat dadurch ein hohes Potenzial für innovations- und technologieorientierte Existenzgründungen.“

Nach Einschätzung von Ministerpräsident Platzeck muss Deutschland nicht nur die sozialen Sicherungssysteme zukunftsfest machen, sondern vor allem auch im Bildungs- und Wissenschaftssystem wieder international an Boden gewinnen. Dabei könne das Niveau von Wissenschaft und Forschung nur gesteigert werden, wenn eine angemessene und verlässliche Finanzierung gesichert sei. Platzeck machte deutlich, dass die gemeinsame Verantwortung von Bund und Ländern im Bereich der Forschungsförderung nicht aufgegeben werden darf. Gerade die ostdeutschen Länder brauchten eine sichere Finanzbasis in Forschung und Entwicklung, wie auch immer sie institutionell ausgestaltet sei. Platzeck kündigte an, in der von Bundestag und Bundesrat eingesetzten Kommission zur Modernisierung der bundesstaatlichen Ordnung diese Position deutlich vertreten zu wollen.

Das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung wurde 1992 gegründet und ist seit April 1999 in einem Neubau auf dem Campus in Golm untergebracht. Das Institut beschäftigt insgesamt 250 Mitarbeiter, darunter 64 Wissenschaftler und 42 Nachwuchswissenschaftler; aber auch zahlreiche Gastwissenschaftler.

Kolloid- und Grenzflächenforschung befasst sich mit Strukturen im Nano- und Mikrometerbereich, also mit Strukturen, die sehr viel größer als Atome sind, aber gleichzeitig deutlich kleiner als die makroskopischen Dinge, die wir direkt wahrnehmen können. Da Kolloide und Grenzflächen sowohl in der belebten als auch in der unbelebten Natur eine entscheidende Rolle spielen, handelt es sich bei der Kolloid- und Grenzflächenforschung um ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das Physik, Chemie und Biologie umfasst.

Ein wichtiger Aspekt der Grundlagenforschung ist dabei die Aufklärung der allgemeinen Gesetzmäßigkeiten, die der Strukturbildung und Selbstorganisation dieser Systeme zugrunde liegen. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind Nanostrukturierung in amphiphilen Systemen, biomimetische Mineralisation, biokompatible Materialien, Polyelektrolyt-Multischichten, Benetzung von strukturierten Oberflächen und Selbstorganisation von Membranen. Kolloidforschung gehört schon heute in die erste Reihe der zukünftigen Schlüsseltechnologien.