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Lausitzer Textilindustrie im Umbruch – Platzeck
gratuliert zum 10. Geburtstag von „Spremberger Tuche“

veröffentlicht am 01.10.2003

Ministerpräsident Matthias Platzeck hat den Aufschwung der Firma Spremberger Tuche in den vergangenen zehn Jahren als gute Nachricht für die Lausitz insgesamt gewertet. Die Spremberger Tuche konnten den Umsatz in den vergangenen fünf Jahren um das Zehnfache steigern. Die Zahl der Arbeitsplätze wuchs von 18 auf 52. Bei Inbetriebnahme einer neuen Produktionshalle werden nochmals bis zu 30 zusätzliche Mitarbeiter benötigt. Auf einer Feier anlässlich des Jubiläums in Spremberg betonte Platzeck am Mittwoch, dass der Beschäftigungsaufbau in dieser Region mit sehr hoher Arbeitslosigkeit ganz besonders wichtig sei.

Platzeck verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass 90 Prozent der Textilarbeitsplätze der Lausitz nach der Wende verloren gingen. Im Textildreieck Cottbus, Forst, Guben waren bis 1989 mehr als 10.000 Menschen in Betrieben beschäftigt, die allerdings außerhalb der Staatswirtschaft nicht überlebensfähig waren. Nach Worten Platzecks stellte dieser industrielle Aderlass die Strukturpolitik vor „gigantische Probleme“. Er verwies auf eine „überproportionale Unterstützung der Textil- und Bekleidungsindustrie durch die öffentliche Hand, sowohl durch Bundes- als auch durch Landesprogramme“. So seien in der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur bislang 30 Millionen Euro geflossen. Wirtschaftliche Innovation und internationale Vernetzung würden gefördert. Dazu sei jedoch ein „langer Atem nötig“.

Platzeck sieht indes auch Erfolge: So seien mit Hilfe der Steilmann-Gruppe im Umfeld der Brandenburgischen Technischen Universität Kompetenzen rund um die Textilinnovation aufgebaut worden. Zudem sei in einer weiteren Initiative die Euro-Textil-Region gegründet worden, mit der Brandenburg und Sachsen den Versuch unternehmen, die Vorteile der größeren EU zu nutzen. Mit Polen und Tschechien solle ein zusammenhängender zentraleuropäischer Textilstandort errichtet werden.

Platzeck schloss: „Probleme aufzuzeigen, ist notwendig. Wichtiger noch ist, Lösungen anzubieten und Aufbauideen beharrlich zu verwirklichen. Ich möchte in diesem Sinne Mut machen, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Diese Region kann und muss an sich selbst glauben. Den Spremberger Tuchen wünsche ich Erfolg auf einem weltweit hart umkämpften Markt. Für die Lausitz wünsche ich mir viele so engagierte Unternehmen.“