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Woidke: „Volksaufstand vom 17. Juni 1953 gebührt ein würdiger Platz in unserer Geschichte"

veröffentlicht am 17.06.2022

Dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR gebührt nach den Worten von Ministerpräsident Dietmar Woidke ein würdiger Platz in der deutschen Geschichte. Woidke sagte bei der heutigen Gedenkveranstaltung in der Potsdamer Gedenkstätte Lindenstraße: „Der 17. Juni war mehr als ein Arbeiteraufstand aufgrund unhaltbarer wirtschaftlicher Bedingungen. Von Anfang ging es auch um Demokratie und Meinungsfreiheit." Gemeinsam mit Oberbürgermeister Mike Schubert und der Beauftragten des Landes zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Maria Nooke, legte Woidke Kränze für die Opfer nieder.


Woidke erinnerte: „Die Forderungen reichten damals von der Rücknahme der Normerhöhung bis hin zu freien Wahlen, von der Aufhebung des Grenzregimes bis hin zum Ruf nach deutscher Einheit. Der Aufstand und die Aufständischen wurden in der DDR als vom Westen gesteuert diffamiert und kriminalisiert. Ohne das brutale Eingreifen sowjetischer Panzer hätte die SED ihre Macht nicht zurückgewinnen können. Vergessen werden dürfen auch nicht die ebenfalls niedergeschlagenen Volksaufstände in Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei."


In mehr als 700 Orten in der DDR kam es um den 17. Juni 1953 zu Streiks, Kundgebungen, der Erstürmung von SED- und Polizeigebäuden. Hunderttausende Menschen schlossen sich den Protesten für bessere Lebensbedingungen, Demokratie und Freiheit an. In Brandenburg gab es Proteste unter anderem in Potsdam, Rathenow, Brandenburg an der Havel, Oranienburg, Hennigsdorf und Velten. Sowjetisches Militär und DDR-Volkspolizei schlugen den Aufstand blutig nieder. Mehr als 50 Menschen starben; etwa 15.000 Männer und Frauen kamen im Zusammenhang mit dem Aufstand in Haft. Zahlreiche Menschen wurden auch in die Haftanstalt Lindenstraße 54 eingesperrt.


Woidke: „Die Erinnerung an die mutigen Frauen und Männer des 17. Juni und an die damaligen Ereignisse wachzuhalten, ist ein Herzensanliegen aller aufrechten Demokraten. Im Angesicht des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine mehr denn je. Freiheit und Demokratie lassen sich nicht aufhalten, weder durch blutige Unterdrückung im Inneren noch durch Angriffskriege gegen unabhängige, demokratische Staaten im Äußeren. In diesem Sinne erinnern wir an die Opfer von 1953."