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Gewinnerinnen und Gewinner des Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreises 2022 stehen fest

veröffentlicht am 09.06.2022

Preise auf der Festveranstaltung im Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz überreicht - Unter den preisgekrönten Beiträgen groß angelegte journalistische Vorhaben, zu wichtigen sozialen Themen, umgesetzt in neuen Formen, in denen moderner Journalismus heute seinen Platz findet. Den Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis 2022 erhalten: Łukasz Grajewski, Jonas Seufert, Marta Rebzda, Waldemar Modestowicz, Magdalena Szaniawska-Schwabe, Reinhard Laska, Bettina Wobst und das Journalistenteam Outriders, bestehend aus: Lola García-Ajofrín, Karolina Baca-Pogorzelska, Marta Bloch, Julia Alekseeva, Marek Berezowski, Tadeusz Michrowski, Anas Idrees, Ali Alsheikh, Anna Górnicka, Jakub Górnicki, Andrzej Budnik, Zuzanna Olejniczak, Piotr Kliks, Lorena Barrios, Grzegorz Kurek.


Die prämierten Beiträge wurden in der Wochenzeitschrift „Tygodnik Powszechny" und auf dem Portal BuzzFeed News Deutschland, im Theater des Polnischen Rundfunks im Ersten Programm des Polnischen Rundfunks, im Magazin frontal bei ZDF, auf der Plattform Outriders und Gazeta.pl sowie im MDR und auf ARTE veröffentlicht.


Die Ausrichter des diesjährigen Wettbewerbs und der 15. Deutsch-Polnischen Medientage unter dem Motto „Empfangsstörungen oder eine neue Wellenlänge. Kann Europa ruhig schlafen?" - die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und der Freistaat Sachsen - sowie die weiteren Stifter des Preises – die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und die Woiwodschaften Lebuser Land, Westpommern und Niederschlesien – gratulieren herzlich den Preisträgern und Preisträgerinnen in den fünf Kategorien.


„Journalistinnen und Journalisten sind wichtige ,Brückenbauer` – sie bauen die ,Brücken der Verständigung`, indem sie mit ihrer Berichterstattung zum Abbau von gegenseitigen Vorurteilen und für das Verständnis der Lebensverhältnisse beiderseits der Grenze beitragen", betont Oliver Schenk, Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien und Chef der Sächsischen Staatskanzlei während der Preisverleihung. „Die Medienvertreter brauchen jedoch auch selbst einen Treffpunkt des Gedankenaustausches und der persönlichen Begegnung. Wie sehr diese persönlichen Treffen fehlten, hat das zweijährige pandemie-bedingte Ausweichen in den virtuellen Raum gezeigt. Die Resonanz auf die Verleihung des Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki Journalistenpreises und die Deutsch-Polnischen Medientage, die erstmal beidseits der Grenze veranstaltet werden, zeigt, das Interesse ist ungebrochen." 


Kategorie Print


Den Preis an Łukasz Grajewski und Jonas Seufert für den Beitrag „Die wahren Kosten des Spargels" überreichte Dagmar Reim, Kuratoriumsmitglied der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.


Der polnische Juror für die Kategorie Print Marcin Torz sagte zur Begründung: „Ein schwieriges Thema wird vom Verfasser unkonventionell, mutig und spannend behandelt. Der Text erfüllt den höchsten journalistischen Anspruch und ist zugleich eine wunderbare und fesselnde Lektüre.".


Kategorie Hörfunk


Marta Rebzda und Waldemar Modestowicz bekamen den Preis für das Hörspiel „Jemand wartet auf sie", gesendet im Theater des Polnischen Rundfunks vom Ersten Programm des Polnischen Rundfunks. Überreicht wurde der Preis von Dr. Krzysztof Rak, geschäftsführender Vorstand der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit.


Dorota Zyń-Horbaczewska, polnische Jurorin für die Kategorie Hörfunk, sagte in ihrer Laudatio: „Die Autoren des Hörspiels verbinden geschickt und interessant das Radiotheater mit der reportageartigen Arbeit und lassen überzeugende Protagonisten aus Fleisch und Blut daran mitwirken. Die Fäden sind emotional zusammengeflochten. Der Beitrag bringt viel Dramaturgie mit sich und zeichnet sich durch sehr hohen künstlerischen Wert aus".


Kategorie Fernsehen


Magdalena Szaniawska-Schwabe und Reinhard Laska, ausgezeichnet für den Beitrag „Das globalisierte Päckchen: Was der Amazon-Erfolg wirklich kostet" für frontal-Magazin auf ZDF, erhielten ihre Statuette von Prof. Dr. Karola Wille, MDR-Intendantin.


Die Jurorin für die Kategorie Fernsehen Bogna Koreng betonte in der Laudatio, dassdas Autorenduo mit dem Beitrag eine andere Sicht auf das deutsch- polnische Verhältnis bietet, das beim Zuschauer ein ungutes Gefühl hinterlässt. Ein soziales Thema über die unethischen - ja fast schon absurden - Praktiken eines Konzerns, umfassend recherchiert, wunderbar verdichtet und mehrschichtig erzählt."


Kategorie Multimedia


Dietmar Nietan, Koordinator für die deutsch-polnische zwischengesellschaftliche und grenznahe Zusammenarbeit der Bundesrepublik, überreichte den Preis an Anna und Jakub Górnicki, stellvertretend für das Journalistenkollektiv Outriders. Der Siegerbeitrag „Visum nach nirgendwo" war das Ergebnis einer Zusammenarbeit von 15 Journalistinnen und Journalisten in 7 Ländern, darunter: Lola García-Ajofrín, Karolina Baca-Pogorzelska, Marta Bloch, Julia Alekseeva, Marek Berezowski, Tadeusz Michrowski, Anas Idrees, Ali Alsheikh, Anna Górnicka, Jakub Górnicki, Andrzej Budnik, Zuzanna Olejniczak, Piotr Kliks, Lorena Barrios, Grzegorz Kurek.


Der polnische Juror für die Kategorie Multimedia Piotr Stasiak über den Siegerbeitrag: „Das Geschehen in der letzten Zeit erinnerte uns an den grundlegenden Auftrag, welchen der sozial engagierte Journalismus zu leisten hat. Der Reporter ist Zeuge. Er wird zur Stimme derjenigen, die ihrer Stimme in der heutigen Welt beraubt sind, die ignoriert und ausgegrenzt werden. Die Autoren und Autorinnen des journalistischen Projekts „Visum nach nirgendwo" erfüllten den Auftrag vorbildhaft".


Kategorie „Journalismus in der Grenzregion"


Den durch den Freistaat Sachsen gestifteten Preis in der Kategorie „Journalismus in der Grenzregion", für den Beitrag „Zoff im Tagebau Turow - Gräbt Polen anderen das Wasser ab?" übergab an die Journalistin Bettina Wobst der Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien, Chef der Sächsischen Staatskanzlei, Oliver Schenk.


Die Jurorin für die Kategorie Fernsehen, Alicja Rucińska, pries in ihrer Laudatio, dass die Geschichte von der Suche nach Verständigung erzähle. „Im Vordergrund steht nicht so sehr der Tagebau Turów, sondern vielmehr das Leben im Dreiländereck im Schatten des Konfliktes."  Und „es ist schließlich auch eine Geschichte über den Lokaljournalismus in der Grenzregion, dessen Rolle immer noch unterschätzt wird und der sehr wichtig immer da ist, wo Sprachen, Kulturen und gegensätzliche Interessen aufeinandertreffen. Der Beitrag soll auch Inspirationsquelle für all diejenigen sein, die in der Grenzregion leben und arbeiten".  


Von den 183 eingereichten Beiträgen waren 76 Printbeiträge (39 deutsche und 37 polnische), 46 Hörfunkbeiträge (20 deutsche und 26 polnische), 30 Fernsehbeiträge (25 deutsche und 5 polnische), 15 Multimediabeiträge (7 deutsche und 8 polnische) sowie 16 Beiträge in der Kategorie „Journalismus in der Grenzregion" (11 deutsche und 5 polnische). Das Preisgeld in jeder Kategorie beträgt 5 000 Euro.


Alle nominierten Beiträge können bis April 2023 unter nom2022.dnimediow.org eingesehen werden. Die feierliche Preisverleihung im Gerhart-Hauptmann Theater Görlitz steht in der MDR-Mediathek zur Verfügung.


Deutsche Sprachversion beim MDR, bei YouTube
Polnische Sprachversion beim MDR, bei YouTube


Stifter des Deutsch-Polnischen Journalistenpreises 2022 sind die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie die sechs Partnerregionen: die drei Woiwodschaften – Westpommern, Lebus und Niederschlesien – und die drei Bundesländer – Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und der Freistaat Sachsen. Der Sonderpreis „Journalismus in der Grenzregion" wird vom Freistaat Sachsen gestiftet. Mehr auf der Homepage www.dnimediow.org.