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Wachsen an Brüchen: Frankfurt und Słubice veranstalten Forum Europäischer Städte zum Thema Transformation

Staatskanzlei und Europaministerium stellen 40.000 Euro bereit

veröffentlicht am 02.05.2022

Anlässlich des Europatags am 9. Mai wird es in Frankfurt (Oder) und Słubice international: Die deutsch-polnischen Nachbarn laden zu einem Forum Europäischer Städte ein. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Außenministerin Annalena Baerbock und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Das Land unterstützt die Tagung vom 8. bis zum 10. Mai mit jeweils 20.000 Euro aus Lottomitteln der Staatskanzlei und des Europaministeriums.


Unter dem Motto „Ambivalenzen der Transformation - Wie wachsen Menschen und Gesellschaften an Veränderungen und Brüchen?" werden Vertreterinnen und Vertreter aus der deutsch-polnischen Grenzregion, aus Doppel-, Grenz- und Hansestädten in Finnland, Estland, Lettland, Polen, Bulgarien, Italien und Slowenien sowie aus Wissenschaft und Forschung eine Bilanz der vergangenen 40 Jahre in Europa ziehen und über drängende Fragen der Gegenwart und Zukunft debattieren.


Die Tagung ist ein wichtiges Projekt im Rahmen der Bewerbung Frankfurts um die Ansiedlung des vom Bund geplanten „Zukunftszentrums für Europäische Transformation und Deutsche Einheit". Der Bund will rund 220 Millionen Euro in das künftige Kultur-, Wissenschafts- und Begegnungszentrum im Osten Deutschlands investieren. Neben Frankfurt/Oder bewerben sich auch Städte wie Magdeburg, Halle, Chemnitz oder Jena um die Ansiedlung. Die Entscheidung über den Standort will der Bund in diesem Jahr fällen.


Woidke: „Frankfurt/Oder ist genau der richtige Ort für die Ausrichtung einer internationalen Konferenz europäischer Städte und den Austausch über Transformationserfahrungen. In Europa gemeinsam zu leben und Veränderungen zu gestalten, wird in grenzüberschreitenden Doppelstädten zu sehr konkreter Kommunalpolitik. Frankfurt/ Oder hat tiefgreifende Umbrüche bewältigt und steht in enger Verbindung zu unserem europäischen Nachbarn Polen. Frankfurt und Słubice leben vor, wie europäische Doppelstädte in Europa funktionieren und zusammenwachsen können. Die Konferenz wird sicherlich auch unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine stehen. Das ist ein zusätzlicher Grund, gerade jetzt europäische Brücken zu bauen. Frankfurt/Oder bewirbt sich für das „Zukunftszentrum für Europäische Transformation und Deutsche Einheit". Die ‚Stadt der Brückenbauer‘ wäre dafür der ideale Standort. Mit dieser internationalen Tagung unterstreicht die Stadt   die europäische Dimension ihrer Bewerbung."


Europaministerin Katrin Lange betonte: „Die Doppelstädte an der deutsch-polnischen Grenze sind in vielerlei Hinsicht Vorbild und Schrittmacher der grenzüberschreitenden regionalen Zusammenarbeit. Das Forum wird diese Tatsache in einen breiteren europäischen Kontext einordnen. Frankfurt und Słubice kommt eine besondere Bedeutung zu, aber auch die Entwicklung anderer Doppelstädte im Grenzraum ist als Erfolgsgeschichte zu werten. Das war nicht immer einfach, es galt und gilt manche Schwierigkeiten zu überwinden, und trotzdem geben diese Städte ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie das Miteinander in Europa im Interesse der Menschen gestaltet werden kann - und dieses Beispiel ist umso wichtiger und Mut machender in einer Zeit, in der Krieg und Zerstörung infolge der russischen Aggression den Osten Europas heimsuchen. Frankfurt wäre auch vor diesem Hintergrund eine ausgezeichnete Wahl für das geplante Zukunftszentrum. Denn man darf nicht übersehen, dass sich damals auch die friedliche Revolution und die deutsche Einheit in einem europäischen Kontext vollzogen haben."


An der Tagung vom 8. bis zum 10. Mai nehmen etwa 200 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft teil, darunter Außenministerin Annalena Baerbock sowie der frühere polnische Botschafter in Deutschland, Marek Prawda. Veranstalter sind Frankfurt (Oder) und Słubice sowie die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Die Stadtoberhäupter von Frankfurt (Oder) und Słubice, René Wilke und Mariusz Olejniczak, sowie Viadrina-Präsidentin Julia von Blumenthal werden die Gäste begrüßen.


Das Forum wird dokumentiert und mit einem Film zusammengefasst. Im Fokus stehen Transformationserfahrungen von Doppel- und Partnerstädten in Mittel-Ost-Europa. Neben Vorträgen und Diskussionen sind unter anderem Konzerte und Stadtführungen geplant. Beim feierlichen Abschluss am Abend des 10. Mai im Kleist Forum hält Prof. Dr. Michał Buchowski von der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań einen Vortrag zum Thema „Europäische Lektionen aus der Transformation".


Weitere Informationen: Europa-zu-Gast-in-der-Doppelstadt-Forum


Das komplette Programm: Programm-Forum

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