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Dialog der Staatskanzlei zum Digitalprogramm 2025 (#dp25): Großes Potenzial der digitalen Daseinsvorsorge in Brandenburg

veröffentlicht am 31.03.2022

Wie erleichtern digitale Angebote das Leben in der Stadt und auf dem Land? Welche digitalen Lösungen gibt es für Mobilität und Gesundheit? Und wie entstehen smarte Städte und Regionen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der dritten und vorerst letzten virtuellen Dialogveranstaltung der Staatskanzlei zum Digitalprogramm 2025 (#dp25) am heutigen Donnerstag. Mit dem Schwerpunkt „Digitale Gesellschaft" diskutierte der Digitalbeauftragte der Landesregierung und Staatssekretär in der Staatkanzlei, Benjamin Grimm, den Konsultationsentwurf des #dp25 mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.


Grimm: „Digitale Angebote unterstützen bestehende analoge Strukturen, machen sie einfacher zugänglich und verbessern sie. Das gilt besonders für die Nahversorgung, zum Beispiel in Form von Selbstbedienungskassen in Supermärkten, Online-Sprechstunden oder mobilem Banking. Die Digitalisierung hat großes Potenzial, Angebote der Daseinsvorsorge effizienter und bedarfsorientierter zu gestalten. Zentrale gesellschaftliche Bereiche wie Mobilität, Gesundheit, Kultur, Bildung und Umwelt bieten viel Raum für digitale Innovationen, den wir nutzen wollen. Dabei müssen die Menschen und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. Mithilfe des Digitalprogramms 2025 wollen wir diesem Anspruch gerecht werden."


Grimm ging insbesondere auf ein Digitalisierungsvorhaben von großer Bedeutung für ganz Brandenburg ein: „In den kommenden Jahren ist der Aufbau des Innovationszentrums Universitätsmedizin Cottbus (IUC) und eines Netzwerks aus Gesundheitsakteuren in der Modellregion Gesundheit Lausitz geplant. Durch digitale Vernetzung und innovative Datennutzung soll die Gesundheitsversorgung der Menschen verbessert werden."


Die Digitalisierung in der Gesundheitsbranche ermöglicht ortsunabhängige Verfügbarkeit medizinisch relevanter Informationen durch den Einsatz von digitalen Tools wie elektronischen Patientenakten, Patientendaten-Managementsystemen und Entscheidungs-Unterstützungssystemen. Ein weiteres Pilotprojekt aus dem brandenburgischen Gesundheitswesen stellte der Ärztliche Leiter des Rettungsdiensts im Landkreis Spree-Neiße, Maik Kähler, vor. Im Rahmen des Projekts „Telemedizin im Rettungsdienst" sollen Mixed-Reality-Brillen als mobile Übertragungsgeräte getestet werden, mit denen Notärzte schon während der Anfahrt zu einem Unfall mit der Behandlung beginnen können.


Wie die Mobilität von digitalen Anwendungen profitiert und welche Herausforderungen mit einer Mobilitäts-App im ländlichen Raum einhergehen, stellte der Gründer der Initiative „Raum für Zukunft", Martin Luge, am Beispiel der pampa Ridesharing App vor. Die App wird in einem Modellprojekt im Märkisch-Oderland eingesetzt und ist insbesondere für ländliche Regionen wichtig. Sie ermöglicht die Planung gemeinsamer Autofahrten, um Zeit, Emissionen und Kosten zu sparen und gleichzeitig das nachbarschaftliche Miteinander zu stärken.


In einer Podiumsdiskussion diskutierte Staatssekretär Grimm mit Experten darüber, wie smarte Städte und Regionen entstehen. Einigkeit herrschte darüber, dass Digitalisierung großes Potenzial für die Daseinsvorsorge sowohl in ländlichen als auch urbanen Räumen bietet.


Infrastruktur-Staatssekretär Rainer Genilke betonte: „Die Digitale Transformation wirkt sich vielschichtig auf Stadt, Land und Region aus: Digitale Angebote verändern räumlich-funktionelle Zusammenhänge, eröffnen neue Zugänge zu Dienstleistungen sowie Entwicklungs- und Steuerungsmöglichkeiten für Kommunen. Distanzen werden unter diesen Aspekten neu bewertet, was sich zunehmend auf Wohn- und Mobilitätsentscheidungen auswirkt. Digitalisierung ist damit ein wichtiger Faktor bei der räumlichen Entwicklung des Landes und bietet Chancen für gleichwertige Lebensverhältnisse auch im ländlichen Raum." Besonders effektiv seien digitale Anwendungen, wenn sie bereits bestehende analoge Strukturen unterstützen oder punktuell neu erfinden.


Die Rückmeldungen aus dem gesamten Konsultationsprozess werden von der Staatskanzlei gesichtet und fließen nach Abstimmung mit den betreffenden Ressorts in die Weiterentwicklung des Digitalprogramms ein. Das Digitalprogramm 2025 soll voraussichtlich noch vor der Sommerpause vom Digitalkabinett verabschiedet wird.


Hintergrund: Das Digitalprogramm 2025 ist eine Weiterentwicklung der Zukunftsstrategie Digitales Brandenburg, die im Jahr 2018 veröffentlicht wurde. Es baut auf den Digitalisierungsstrategien der Ressorts auf, die im September 2021 im Digitalkabinett verabschiedet wurden. Die heutige Veranstaltung war die letzte von drei Dialogveranstaltung im Beteiligungsverfahren zum Digitalprogramm 2025. In der ersten Videokonferenz im Dezember 2021 diskutierten die Teilnehmenden über die Leitebene „Digitaler Staat". Die zweite Veranstaltung im Februar richtete den Fokus auf die Leitebene „Digitales Leben".


Pressemitteilung als PDF (application/pdf 208.5 KB)