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Cottbuser HWK-Präsidentin zum Antrittsbesuch in Staatskanzlei: Woidke und Reifenstein zu Fachkräftestrategie und Energiekrise

veröffentlicht am 14.03.2022

Ministerpräsident Dietmar Woidke würdigte beim heutigen Antrittsbesuch von Corina Reifenstein, der neuen Präsidentin der Handwerkskammer Cottbus (HWK), die enge Zusammenarbeit bei der Fachkräftesicherung im Zuge der Strukturentwicklung in der Lausitz. Daneben standen auch die Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine für das südbrandenburgische Handwerk im Vordergrund des Treffens in der Potsdamer Staatskanzlei.


Woidke dankte der HWK für deren Einsatz für die Strukturentwicklung Südbrandenburgs. „Die Strukturentwicklung der Lausitz hat Fahrt aufgenommen. Es werden viele neue Arbeitsplätze entstehen, für die wir gut ausgebildete Fachkräfte benötigen. Vor dem Hintergrund neuer Geschäftsfelder aber auch der zunehmenden Digitalisierung steigt die Bedeutung beruflicher Aus- und Weiterbildung. Deshalb ist es wichtig, einen so engagierten Partner wie die HWK in der Region zu wissen."


Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine zeigte sich Reifenstein tief erschüttert: „Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands macht uns fassungslos. Er erschüttert unsere Grundüberzeugung von einem friedlichen Europa." Gleichzeitig betonte sie: „Das Handwerk steht von Beginn an bereit, um zu helfen - sei es als ehrenamtliche Helfer bei der Betreuung der Kriegsflüchtlinge, bei der Instandsetzung und Bereitstellung von Wohnraum oder bei Bildungsprojekten für die Geflüchteten."


Zudem seien die Folgen des Krieges für die märkische Wirtschaft schon jetzt zu spüren. Die steigenden Energie- und Spritpreise seien eine der größten Bedrohungen für das Handwerk. Die Aufwendungen für Strom und Wärme hatten sich in den vergangenen Monaten bereits verdoppelt. „Es geht ans Eingemachte", warnte Reifenstein. „Bäcker, Fleischer, Tischler oder Metallbauer haben einen hohen Energieverbrauch. Hinzu kommen die Unternehmen, die Produkte verbauen, deren Herstellung sehr energieintensiv ist, wie Zement, Stahl usw. Auch sie leiden unter dramatisch steigenden Preisen. Es müssen schnell Lösungen gefunden werden, damit Unternehmen und Verbraucher in dieser schwierigen Situation entlastet werden. Die Abschaffung der EEG-Umlage schafft nur wenig Linderung. Es geht um viel", so die HWK-Präsidentin.


Woidke sagte: „Besonders in Krisenzeiten ist es essentiell, im ständigen Austausch zu bleiben und die Herausforderungen für das brandenburgische Handwerk im Blick zu behalten. Auch deshalb plädiere ich für eine Fortsetzung unserer regelmäßigen, erfolgreichen Gesprächsformate unter Beteiligung der Handwerkskammer. Der dramatische Anstieg der Energiepreise belastet die Wirtschaft und die Bevölkerung gleichermaßen. Langfristig Abhilfe kann hier neben der Erhöhung der Effizienz durch die Unternehmen nur ein beschleunigter Ausbau der erneuerbaren Energien leisten, mit dem wir uns unabhängiger von Importen machen. Dafür muss der Bund die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Brandenburg steht dazu bereit."


Hintergrund:


Die HWK Cottbus ist die Interessenvertretung von ca. 9.700 Mitgliedsbetrieben und ihren mehr als 45.000 Beschäftigten. Corina Reifenstein wurde vergangenen Dezember auf der 65. Vollversammlung der HWK Cottbus als erste weibliche Spitze einer brandenburgischen Handwerkskammer gewählt. Sie trat die Nachfolge von Peter Dreißig an, der über 20 Jahre im Amt war.


Hinweis: Das Foto vom Antrittsbesuch kann unter Angabe der Quelle „F. Gorges, Staatskanzlei" honorarfrei verwendet werden.