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Pressedienst

Kampfmittelbelastung

05.01.2001 Mit modernem System Kampfmittelbelastung des Landes neu berechnet

Schönbohm: „Fundmunition ist ein Generationenproblem"

 
Nr. 003/2001

Anfang diesen Jahres wird der Staatliche Munitionsbergungsdienst den Bauaufsichtsbehörden aller Kreise und kreisfreien Städte neue Belastungskarten bereitstellen, die Auskunft über kampfmittelbelastete Gebiete geben. Die Neuanfertigung der bisherigen Karten aus dem Jahr 1995 erfolgte über das erstmalig eingesetzte „Geographische Informationssystem". Damit war es möglich, das Kartenmaterial, unter anderem unter Einbeziehung der gewonnenen Erkenntnisse durch die Auswertung allliierter Luftbilder, systematisch zu überarbeiten, zu signieren und die belasteten Flächen jetzt auch größenmäßig exakt zu erfassen. Danach muss die bisher festgestellte kampfmittelbelastete Fläche von 180.000 auf eine Gesamtfläche von 400.000 Hektar erweitert werden (ohne ehemalige Militärflächen).



Durch die aktualisierte Belastungskarte wird es der unteren Bauaufsichtsbehörde künftig möglich sein, selbst festzustellen, ob ein geplantes Bauvorhaben in einem als belastet oder unbelastet deklarierten Bereich liegen wird. Danach wird sie ausschließlich bei Bauvorhaben in den signierten Untersuchungsbereichen die Vorlage einer Kampfmittelfreiheitsbescheinigung verlangen. Die Anwendung dieses Verfahrens wird für alle Beteiligten eine wesentliche Entlastung bringen.



Nach Angaben von Innenminister Jörg Schönbohm handelt es sich bei den Kampfmitteln

aus dem Zweiten Weltkrieg „um ein Problem, das auch weitere Generationen beschäftigen

wird. Dies gilt gerade für Brandenburg, da wir in dem am meisten mit Munition aus dem Zweiten Weltkrieg belasteten Bundesland wohnen. Es ist daher wichtig, immer wieder auf die Gefahr hinzuweisen, die von Fundmunition ausgeht."




Von Kriegsmunition besonders betroffene Städte und Gemeinden haben eine Last zu tragen, die ihre Leistungskraft und die Zumutbarkeitsgrenze übersteigt und nur gemeinsam zu

bewältigen ist. Deshalb wird sie das Land mit dieser Sonderlast nicht allein lassen.

Schönbohm kündigte an, dass das Innenministerium auch in diesem Jahr die

"bisherige Politik der solidarischen Hilfe zum Lastenausgleich" fortsetzen wird. Dies könne allerdings nur bedingt aus vorhandenen Haushaltsmitteln des Ministeriums finanziert werden. "Hier muss der Gesamthaushalt des Landes einspringen." Zusätzlich müsse, so Schönbohm, auch geprüft werden, ob das Land Initiativen in Richtung auf eine Bundesgesetzgebung ergreifen sollte, um eine gerechtere Verteilung der Kriegsfolgelasten unter stärkerer Beteiligung des Bundes zu erreichen.



Auf die Gefahren durch Fundmunition weist das Innenministerium in einem neu aufgelegten Faltblatt hin. Es kann beim Innenministerium bestellt oder auch im Internet unter




www.brandenburg.de/land/mi/publika/




abgerufen werden. Das Faltblatt richtet sich insbesondere an Schulen, Vorschulklassen und

Kindergärten. Schwerpunkte der Verteilung sind die Landkreise, in denen sich besonders

gefährdete Gebiete aus dem Zweiten Weltkrieg bzw. ehemalige Liegenschaften der russischen Armee befinden.

Verantwortlich:
Heiko Homburg, Pressesprecher
Ministerium des Innern
Henning-von-Tresckow Str. 9-13
14467 Potsdam
Telefon (0331) 866 2060
Fax: (0331) 866 2666