Neuer Schwung mit Polizeireform
Seit drei Jahren haben Behörden und Einrichtungen der Polizei Erfahrungen mit der Einführung eines umfassenden Qualitätsmanagements sammeln können. Die Neuorganisation der Polizei, die im Zuge der Regierungsneubildung 1999 vereinbart wurde, machte eine Anpassung der Erlassgrundlagen zum Qualitätsmanagement erforderlich. Eine wesentliche Aufgabe fällt dabei nun der am 26. April 2001 neu gebildeten Dienststellenberatung zu. Mit der Verabschiedung des Gesetzes zur "Reform der Polizeistruktur" hat das Qualitätsmanagement bei der Polizei eine neue Arbeitsgrundlage erhalten.
In der Präambel zu diesem Gesetz sind die wesentlichen Eckpunkte der Reform unserer Polizei enthalten. Erstmalig wird die Organisationsänderung und die Änderung des Führungsmodells zusammengeführt und auf eine gesetzliche Basis gestellt. Die Dienststellenberatung hat hierbei den Auftrag, ein eigenes Führungsmodell für die Polizei Land BB zu entwickeln. Organisatorisch ist die Dienststellenberatung an die Fachhochschule der Polizei angebunden, untersteht aber unmittelbar der Dienst- und Fachaufsicht des Innenministeriums. Die Dienststellenberatung wird künftig Führungskräfte aller Ebenen sowie Inhaber von Schlüsselfunktionen bei der Steuerung und Führung der Polizei beraten. Dabei geht es insbesondere um wirkungsorientierte Polizeiarbeit in größtmöglicher Eigenverantwortung und Entscheidungsfreiheit, unter Ausschöpfung weiter Gestaltungsspielräume.Die Dienststellenberatung entwickelte ein Steuerungs-, Führungs- und Arbeitssystem der Polizei BB (TQM) mit folgenden Schwerpunkten:
- Einbeziehung aller Mitarbeiter in die Verbesserung von Prozessen und Ergebnissen.
- Die konsequente Delegation von Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung.
- Die Zusammenführung von Fach- und Ressourcenverantwortung auf allen Ebenen.
- Die systematische, bedarfs- und adressatengerechte Informationsversorgung.
- Die Vereinbarung von Zielen.
- Die Orientierung der Polizeiarbeit an Anforderungen (Sicherheitslage, Bürger- und Kundenerwartungen), Ergebnissen und Wirkungen (wirkungsorientierte Polizeiarbeit).
Im September 2001 begann die Dienststellenberatung mit einer umfassenden Schulung der Vorbereitungsstäbe sowie der Mitarbeiter der Abteilung IV des MI BB. Daran anschließend wurden Führungskräfte des gehobenen und höheren Dienstes geschult. Mittlerweile haben alle Führungskräfte des höheren Dienstes unserer Polizei die Wochenseminare besucht. Die Führungskräfte A 12/A 13 sollen bis Juli 2002 mit den Inhalten dieses Systems vertraut sein.
Mit dem Start der Arbeit in der neuen Struktur am 01. Juli 2002 wird die Dienststellenberatung in den Schutzbereichen die Umsetzung des Steuerungs-, Führungs- und Arbeitssystems unterstützen. Dabei versteht sich die Dienststellenberatung als methodischer Partner im Sinne eines umfassenden Qualitätsmanagements. Es ist geplant, ein landesweites Trainingszentrum zu etablieren. Hier können Führungskräfte entscheidende Führungsinstrumente des Modells unter fachlicher Begleitung erproben und üben.
Ab Juli 2002 werden dann Schritt für Schritt die Bausteine unseres Steuerungs-, Führungs- und Arbeitssystems in allen Schutzbereichen eingeführt. Entscheidende Hilfsmittel, wie Bürger- und Kundenbefragungen, Zielvereinbarungen, Ressourcenverbrauchsrechnung, Meinungs- und Hinweismanagement oder Qualitätstechniken werden zentral bzw. im Rahmen von Pilotprojekten umgesetzt.
Gegenwärtig liegt der Schwerpunkt der Anstrengungen im Bereich des Aufbaus einer adressatengerechten Informationsarchitektur und eines effektiven Berichtswesens.
30.07.2002

Seite drucken