Anmerkungen zum Thema Sprache und Verwaltung
"Unterschätzt worden ist rückblickend jedoch die Gefahr der Nivellierung innovativer politischer Zielsetzungen durch binnenadministrative Muster der negativen Koordination sowie die generelle Dominanz administrativer Eigeninteressen."So oder ähnlich kommt sie mitunter auch daher, die Verwaltungsmodernisierung. Wenn Sie sich diesen Satz – übrigens ein Zitat aus offiziellen Unterlagen – auf der Zunge zergehen lassen, schmecken Sie geradezu die Modernisierung. Würzig, aber etwas kratzig am Gaumen. Damit es nicht so kratzt, werden die hergebrachten Fremdworte noch durch neue, moderne, möglichst gut klingende ergänzt: "Facilitymanagement", "Benchmarking", "Outsourcing" oder die vielen "E"-Worte wie "E-government", "E-business", "E-commerce", "E-diot"...
Fachbegriffe müssen und dürfen auch sein, so lange beide Gesprächs- oder Verhandlungspartner wissen, was gemeint ist, worum es geht. Problematisch kann es aber dort werden, wo diese »nach draußen« gebracht werden, also zum Beispiel zu Ihnen als Leser dieser Zeilen und dieser Zeitung.
Sie kennen den alten Witz? Ein Manta-Fahrer erzählt seinem Kumpel: "Du, ich habe mir gestern einen Duden gekauft.« »Und, hast Du ihn schon eingebaut?".
Verwaltungsmodernisierung ist eine gemeinsame Anstrengung von uns allen. Wir sollten uns daher auch einer gemeinsamen Sprache bedienen. Nichts anderes heißt übrigens Kommunikation. Hierin steckt das Wort "kommun", was soviel heißt wie gemeinschaftlich, gemeinsam.
Wir, die Redaktionsmitglieder, werden uns in format B weiterhin bemühen, dem gerecht zu werden. Dazu beitragen soll auch das Glossar, das Sie in dieser Ausgabe wieder finden und das fortgesetzt wird und – damit Sie sozusagen auf den Geschmack kommen – ein Artikel zu "Anglizismen", eine aktuelle Restaurantkritik wenn Sie so wollen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine spannende Lektüre.
[ Olav Berger ]
olav.berger2@stk.brandenburg.de
10.06.2002

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