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Editorial

Bitte kritisch beleuchten

lautet der Auftrag des Sonderausschusses zur Überprüfung von Normen und Standards (SANS) vom 29.11.2006 und bezieht sich auf die bisherige Steuerung und Koordination des E-Government-Prozesses in der Landesverwaltung.
Die bisherigen Anstrengungen auf diesem Sektor genügen dem Ausschuss nicht. Mehr Konzentration, mehr Power, mehr Erfolg heißt seine Devise. Alle Ministerien werden unisono zustimmen, die Verantwortung beim jeweils anderen sehen und gleichzeitig in eigener Regie ein neues IT-Projekt aus der Taufe heben. Eines Tages präsentieren zwei oder drei Ressorts ein jeweils eigenständiges Verfahren zur Lösung ein und derselben Aufgabe und tüfteln anschließend gemeinsam an Kompatibilitätsfragen. "Ressorthoheit" heißt das Zauberwort, das einer Vereinheitlichung im Wege zu stehen scheint. Jüngstes Beispiel scheint das Dokumenten-Management-System. Gleich mehrere Ressorts testen aufwendig eigene Verfahren, Staatskanzlei und Landtagsverwaltung wollen da nicht nachstehen und präsentieren wieder anderes. In Österreich und der Schweiz sammelt man Erfahrungen, koste es, was es wolle! Und anscheinend niemand kommt auf die Idee, mal beim anderen Ministerium nachzufragen und etwas zu übernehmen, was dort schon erfolgreich erprobt wurde. Obendrein sanktioniert der Landesausschuss für E-Government dieses Vorgehen, wenn nur "die Schnittstellen kompatibel sind." So wird es zweifelhaft bleiben, dass Brandenburg beim E-Government schnell richtig schlagkräftig wird. "Nur gemeinsam sind wir stark" machen uns andere Länder vor. Bei uns dagegen gilt die Devise: "Jeder macht Seins" trotz SANS. Aber viele Schnittstellen verderben den Brei.

hannelore.masche@mi.brandenburg.de


30.04.2007