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„Unsere Jüngste ist 41“

Bis 2020 wird jeder dritte Beschäftigte 50 Jahre und älter sein. In einigen Bereichen unserer Verwaltung liegt der Altersdurchschnitt heute schon bei 49 Jahren, bis zum Jahre 2015 wird er dort bei 56 Jahren liegen. Andere, jüngere Bereiche liegen heute bei 41 Jahren, 2015 dann bei 50 Jahren.

Dies ist alles in allem kein Grund zur Panik, denn ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind den jüngeren in der Regel in punkto Erfahrung und Wissen voraus, sind die Wissensträger jeder Organisation! Dennoch brauchen wir eine gesunde Mischung! Wir brauchen von den Jüngeren insbesondere die Ideen und den Schwung zur Veränderung. Wegen des notwendigen Stellenabbaus stehen allerdings immer weniger Stellen für Jüngere zur Verfügung. Dieser Entwicklung müssen wir möglichst frühzeitig mit einer demografiegerechten Personalpolitik begegnen.

Um die 50 sind Frauen und Männer heute körperlich und vor allem geistig viel beweglicher, als noch vor 30 Jahren. Menschen, die man früher als alt bezeichnet hätte, sind sportlich aktiv, gründen Unternehmen oder reisen um die Welt. Die Lösung kann also nur darin liegen, dieses Potenzial zu nutzen. Wir brauchen einen Wandel zu einer "Altersbejahung" in unserer Verwaltung. Derzeit neigen wir eher dazu, die Lösung demografischer Probleme in Vorruhestandsmodellen zu suchen. Stattdessen bedarf es künftig wohl eher neuer, flexibler Arbeitskonzepte. Mangelnde Weiterbildung im mittleren Alter beispielsweise, ein Punkt, den es dabei gilt zu verändern. Sie führt zu einer Bildungspolarisierung, die alterungsbedingte Probleme in der Arbeitswelt verschärft. Vor allem aber die Gesundheit ist der Schlüssel zu mehr Leistungs- und Lebensqualität. Für die Personalverantwortlichen ergibt sich, was dieses Thema angeht, Handlungsbedarf, denn es darf natürlich nicht übersehen werden, dass höheres Alter auch ein höheres Krankheitsrisiko nach sich zieht. Neben dem individuellen Krankheitsrisiko, welches sich in gewissem Rahmen durch einen gesunden Lebenswandel beeinflussen lässt, stehen berufs- und organisationsbedingte Krankheiten. Mindestens letztere können durch ein aktives Gesundheitsmanagement beeinflusst und gesteuert werden. Im Ergebnis werden Fehlzeiten vermindert und die Arbeitszufriedenheit und damit die Arbeitsergebnisse gesteigert werden können.

Eine Entwicklung, die in der freien Wirtschaft bereits seit einiger Zeit zu beobachten ist. Die Grundlagen wurden auch bei uns bereits geschaffen.

Nun liegt es an jeder einzelnen Behörde und auch den Beschäftigten selbst, eine Personalpolitik mitzugestalten, die aktiv und nachhaltig Gesundheitsförderungsziele verfolgt und damit der sich zunehmend verändernden Altersstruktur konstruktiv begegnet.


08.12.2006