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Bernd Palenda

Bernd Palenda, 45 Jahre alt, Referatsleiter in der Verfassungsschutzabteilung des Ministeriums des Innern, ist der erste Beamte Brandenburgs, der sich im Rahmen der neuen Verwaltungsvereinbarung nach Berlin in die Senatsverwaltung für Inneres austauschen

Format B:
Herr Palenda, als erster Beamter Brandenburgs nutzen Sie die Möglichkeit der neuen Vereinbarung zum Personalaustausch mit Berlin und werden am 1. Januar 2006 Ihren Schreibtisch mit Ihrem Berliner Kollegen tauschen. Was hat Sie bewogen, sich so spontan um diesen Austausch zu bewerben?

Bernd Palenda:
So spontan war das gar nicht. Die ersten Überlegungen hierzu gab es bereits im Sommer. Hinzu kommt, dass die Verfassungsschutzbehörden Berlins und Brandenburgs schon seit vielen Jahren sehr intensiv zusammen arbeiten. Beide Behörden haben einen gemeinsamen Handlungsraum. Extremismus macht nicht an der Landesgrenze halt! Wir wollen die Zusammenarbeit weiter vertiefen, und dafür ist es wichtig, die Arbeit des Partners aus der Nähe kennen zu lernen. Für mich ist das eine wichtige und interessante Herausforderung und ich freue mich darauf. In zwei Jahren werde ich nach Potsdam zurückkehren und die gewonnenen Erfahrungen mitbringen.

Format B:
Mussten Sie sich Ihren Tauschpartner in Berlin selbst suchen?

Bernd Palenda:
Nein. Das haben die Verwaltungen organisiert.

Format B:
Wie lange hat die Vorbereitung des Austausches in den Behörden gedauert?

Bernd Palenda:
Etwa ein halbes Jahr.

Format B:
Warum haben Sie sich entschlossen, den zeitlichen Rahmen für den Austausch mit 24 Monaten völlig auszuschöpfen?

Bernd Palenda:
Weil ich der Auffassung bin, dass ein kürzerer Zeitraum mir nicht die Möglichkeit bietet, den gewünschten tiefen Einblick in die andere Arbeit zu gewinnen. Außerdem möchte ich in Berlin nicht als Gast gesehen, sondern als Mitarbeiter voll integriert werden. Das geht bei einer kürzeren Austauschzeit nicht.

Format B:
Hätten Sie sich für den Austausch auch dann interessiert, wenn die Rückkehr auf Ihren alten Dienstposten nicht gewährleistet wäre?

Bernd Palenda:
Wahrscheinlich nicht. Denn für mich liegt der Sinn des Austausches gerade darin, die gewonnenen Erfahrungen anschließend auch nutzbringend für das Ministerium einsetzen zu können.

Format B:
Welche Hoffnungen knüpfen Sie persönlich an Ihren Austausch?

Bernd Palenda:
Einerseits wünsche ich mir interessante Begegnungen und Erfahrungen und andererseits hoffe ich, dass auch andere Kolleginnen und Kollegen angeregt werden, die Chancen, die die neue Vereinbarung bietet, zu nutzen. Denn aus meiner Sicht werden die gemeinsamen Ziele beider Länder nur durch enge Zusammenarbeit zu erreichen sein. Und den Mitarbeitern bietet sich die Gelegenheit, in eine andere Landesverwaltung hineinzuschnuppern, ohne sich gleich versetzen lassen zu müssen.

Format B:
Herzlichen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg in Berlin und sind schon gespannt auf Ihren Bericht in zwei Jahren.

Das Interview führte Hannelore Masche, Ministerium des Innern


17.01.2006