Seit neun Monaten arbeitet die Straßenbauverwaltung des Landes Brandenburg in ihren neuen Strukturen.
Das erste Halbjahr ist rum – die ersten Zeugnisse wurden verteilt ...
Der Landesbetrieb Straßenwesen (LS) hat die ersten Monate seit Gründung am 1. Januar 2005 erfolgreich hinter sich gelassen. Und das trotz Kosten- und Leistungsrechnung, SAP, Zeiterfassung, Controlling, neuer IT-Struktur, .... wird man aus einigen Richtungen hören.
Der Landesbetrieb Straßenwesen (LS) hat die ersten Monate seit Gründung am 1. Januar 2005 erfolgreich hinter sich gelassen. Und das trotz Kosten- und Leistungsrechnung, SAP, Zeiterfassung, Controlling, neuer IT-Struktur, .... wird man aus einigen Richtungen hören.Mit der Bildung des LS begann eine neue Epoche. Die zuvor bestehende Struktur, in Gestalt von sieben eigenständigen unteren Behörden (Straßenbauämtern und Autobahnamt), wurde grundlegend modernisiert. Das Neue erzeugte jedoch auch Verunsicherung. Solche Fragen wie: „Was wird der LS bringen?“ oder: „Wie werden die Arbeitsplätze und Aufgaben in Zukunft gestaltet sein?“ haben sich sicher viele gestellt. Damit waren Ziele und Grundsätze angesprochen, die das Unternehmensgeschick des LS wesentlich beeinflussen.
Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand des LS nach einem intensiven Meinungsbildungsprozess Unternehmensgrundsätze formuliert.
Warum Unternehmensgrundsätze?
Viele der Beschäftigten sind schon mehr als zehn Jahre in den ehemaligen Ämtern tätig und fühlen sich ihrer Aufgabe verpflichtet. Ein anderer Teil der Beschäftigten nimmt neue Aufgaben in neuen Organisationseinheiten wahr. Obwohl alle konsequent ihre Aufgaben erfüllen, stellt der LS noch kein einheitliches Unternehmen dar.
Was sind die Gründe?
• Wir sind räumlich zum Teil weit voneinander entfernt.
• Wir arbeiten in vielen verschiedenen Organisationseinheiten.
• Unsere Kräfte zielen noch nicht in eine gemeinsame Richtung.
Wir brauchen die virtuose Zusammenarbeit von Schlussmann, Flügelspieler und Sturmspitze, um schöne Tore zu schießen. Um dies zu erreichen und die Zusammenarbeit weiter zu optimieren, hat man sich innerhalb des Betriebs auf die folgenden Unternehmensgrundsätze verständigt:
– Der Landesbetrieb Straßenwesen ist ein Unternehmen der öffentlichen Verwaltung und wird leistungs- und zielorientiert geführt. Unser Handeln ist kostentransparent und wirtschaftlich ausgerichtet.
– Der Landesbetrieb Straßenwesen ist ein serviceorientiertes Unternehmen.
– Der Landesbetrieb Straßenwesen informiert intern und extern über seine Ziele, deren Umsetzung und die Ergebnisse.
Die Grundsätze stellen die wichtigsten Prinzipien dar, die den Beschäftigten eine Orientierung für ihr Handeln vor Ort, im Betrieb, auf der Straße und im Büro geben sollen. Sie werden jedoch erst in der täglichen Arbeit mit Leben gefüllt und konkret wirksam.
Damit u.a. die Grundsätze nicht nur ein Papier für den Schreibtisch oder noch schlimmer für den Papierkorb werden, feilt man gegenwärtig an einer Strategie für die interne Kommunikation im LS. Eines der meist genutzten Kommunikationsmedien bildet, wie auch schon in der Gründungsphase des Landesbetriebs, das Intranet. Ein Newsticker informiert die Beschäftigten über die aktuellen Themen in allen Bereichen des Betriebes.
Die Wahl der Personalvertretungsgremien ist abgeschlossen. Die etwa 2.500 Beschäftigten des LS werden durch einen gemeinsamen Personalrat vertreten. Daneben haben die weiblichen Beschäftigten des LS ihr Votum für eine Gleichstellungsbeauftragte abgegeben. Zusätzlich wurden in den Niederlassungen Vertrauensfrauen zur Unterstützung der Gleichstellungsbeauftragten gewählt.
Zu Beginn des Jahres hat eine Stabsstelle Innenrevision ihre Arbeit aufgenommen. Somit ist der LS auch im Hinblick auf unabhängige Prüf- und Kontrollmechanismen gut aufgestellt.
Der Produktivstart in das SAP-System ist mit Hilfe vieler Beschäftigter gelungen. Neben dem Umstieg von der Kameralistik auf die doppelte Buchführung („Doppik“) erfolgte die Einführung der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR).
Die anwendungsbezogenen Schulungen der Mitarbeiter fanden statt. Nach der Testphase folgte zu Beginn des Jahres 2005 die Bewährungsprobe im Echtbetrieb, die von vielen Seiten mit großem Interesse verfolgt wird.
Die Sicherstellung einer einheitlichen Buchung (Kontierung) auf den drei sog. „KLR-Kontierungsobjekten“: (1) Kostenstellen, (2) Projekten und (3) Produkten war mit großen Anstrengungen verbunden. Unmittelbar zu Jahresbeginn wurde eine landesbetriebsweit geltende Kontierungsrichtlinie sowohl für die Finanzbuchhaltung als auch die KLR erarbeitet. Diese beiden Richtlinien werden kontinuierlich im Finanz- und Rechnungswesen und Controlling fortgeschrieben. Mittlerweile findet sich die überwiegende Mehrheit der erfolgenden Kontierungen in Übereinstimmung mit diesen beiden Richtlinien und ermöglichen damit die Erstellung eines aussagekräftigen Berichtswesens zur Kosten- und Leistungsentwicklung für die Produkte.
Produkte im Landesbetrieb sind neben den Produkten „Planung“ und „Bau“ z.B. auch der Betriebsdienst auf Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen. Die Produkte des Landesbetriebs sind die primären KLR-Einheiten des Landesbetriebs, über deren Kostenplanung bzw. Kostenkontierung die Verwendung von finanziellen Mitteln effizient gestaltet werden soll.
Ein wesentlicher und auch zeitlich relativ früher Erfolg der KLR war die im Landesbetrieb flächendeckend und systematisch erfolgende Zeiterfassung interner Leistungen für Projekte und Produkte. Ohne eine derartige Zeiterfassung, die in anonymisierter Form ohne Rückbezug auf den einzelnen Mitarbeiter erfolgt, wäre das zentrale Ziel der KLR überhaupt nicht erreichbar: Den Produkten ihre Kosten verursachungsgerecht zuzuordnen.
An diesem Punkt hat sich die im Vorfeld stattgefundene intensive Kommunikation von Ziel und Zweck der KLR im Allgemeinen und der Zeiterfassung im Besonderen insofern ausgezahlt, als die am Anfang vorhandene Skepsis vieler Kolleginnen und Kollegen gegenüber der Zeiterfassung weitestgehend abgebaut werden konnte.
Nach Honoré de Balzac bleibt abschließend zu bemerken: „Ein dauerndes Werk bedarf langer Zeit der Entwicklung“.
[ Katja Michalk und Jürgen Pelzer ]
Jürgen.Pelzer@LS.Brandenburg.de
13.10.2005

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