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Schule Wilhelmshorst

Neue Schulform für Brandenburg

Oberschule sichert ausgewogenes Schulangebot in den ländlichen Gebieten

Die Einführung der Oberschule ist die tiefgreifendste Schulstrukturreform im Land Brandenburg seit 13 Jahren. Die Regierungskoalition hat im Koalitionsvertrag festgelegt, dass die Einführung der Oberschule durch die Zusammenlegung der Realschulen und der Gesamtschulen ohne gymnasiale Oberstufe bereits zum kommenden Schuljahr 2005/2006 erfolgen soll.

Für das Flächenland Brandenburg, das nach der Wende einen dramatischen Schülerzahleneinbruch erlebte, ist die Einführung der Oberschule ein besonders drängendes Vorhaben.

  • Jede brandenburgische Schülerin und jeder brandenburgische Schüler muss jeden Bildungsgang in erreichbarer Entfernung angeboten bekommen. Derzeit haben wir eine Konkurrenzsituation zwischen Gesamtschule und Realschule, die zu vielen zusätzlichen und unnötigen Konflikten vor Ort führt.


  • Mit der Einführung der Oberschule wird die oftmalige Konkurrenzsituation zwischen Gesamtschulen ohne gymnasiale Oberstufe und Realschulen aufgehoben. Die Schulstruktur wird damit „ehrlicher“. Realschulen die in der Vergangenheit faktisch Grundversorgungsfunktion übernommen haben, können als Oberschule den Schülerinnen und Schülern mit dem Bildungsgangwunsch Erweiterte Berufsbildungsreife endlich gerecht werden. Aber auch Gesamtschulen ohne gymnasiale Oberstufe, die kaum Schülerinnen und Schüler mit dem Bildungsgangwunsch Allgemeine Hochschulreife hatten, tragen den künftigen Namen - Oberschule - dann zu recht.


  • Bildungsexperten haben mehrfach die Einführung einer Schulform mit zwei Bildungsgängen empfohlen (Schulstandortkommission Brandenburg).


  • Eine einfache und klare Schulstruktur hat den Vorteil, dass man sie Eltern und Schülern besser vermitteln kann.


  • Andere neue Bundesländer mit den gleichen Demografieproblemen wie Thüringen (Regelschule), Sachsen (Mittelschule) und Sachsen-Anhalt (Sekundarschule) sind diesen Weg der Zusammenlegung der Bildungsgänge zu einer Schulform bereits vor uns gegangen, er hat sich dort bewährt.


  • Die Oberschule stellt eine Chance und Herausforderung dar, auf die Ergebnisse der PISA-Studie mit neuen pädagogischen Konzepten reagieren zu können. So wird es Aufgabe der Oberschule sein, verantwortungsvoll die Form der Unterrichtsorganisation zu beschließen und sich durch Schwerpunktsetzungen zu profilieren. Damit wird die Selbstständigkeit der Schule weiter gestärkt. Eltern und Schüler sollen Vertrauen in diese neue Schulform setzen können. Von daher wird großes Augenmerk auf die schulische Qualitätsentwicklung gelegt werden.

    Die Oberschule hat die Aufgabe neben einer gesicherten Grundbildung, Stärken und Begabungen der ihr anvertrauten Schülerinnen und Schüler zu fördern sowie Hilfe bei Lernschwierigkeiten zu gewähren.

    Besondere Aufgabe der Oberschule ist die Vermittlung von Qualifikationen und Kompetenzen, die in eine spätere berufliche Ausbildung münden können. Ziel der Oberschule bleibt, dass möglichst alle Schüler die Schule mit einem qualifizierten Schulabschluss verlassen. Je nach erreichtem Abschluss stehen allen Schülerinnen und Schülern neben den beruflichen Bildungsgängen auch die Fachoberschule oder der Eintritt in die gymnasiale Oberstufe offen.

    Das neue Auswahlverfahren gewährleistet für alle Oberschulen grundsätzlich gleiche Ausgangsbedingungen. Grundgedanke ist dabei, dass alle Schülerinnen und Schüler über die Fähigkeiten, Leistungen und Neigungen verfügen um den Anforderungen der Oberschule gerecht zu werden. Damit wird einerseits die wohnortnahe Beschulung für alle Schülerinnen und Schüler gewährleistet und anderseits können Schulen im Rahmen besonderer Gründe Schüler aufnehmen, die weiter weg wohnen aber beispielsweise für das schulische Profil besonders geeignet sind.

    Die Unterrichtsorganisation kann integrativ oder kooperativ vorgenommen werden. In den integrativ organisierten Oberschulen werden bildungsgangübergreifende Klassen gebildet, die in einzelnen Fächern in fachleistungsdifferenzierte Kurse aufgegliedert werden. Die kooperativ organisierten Oberschulen werden abschlussbezogene Klassen bilden. In einer auch möglichen Mischform werden nach einer integrativen Phase in den Jahrgangsstufen 7 und 8 die abschlussbezogenen Klassen erst ab Jahrgangsstufe 9 eingerichtet.

    Die Oberschule ist kein Einsparmodell. Die Schulen werden im Schnitt wie vergleichbare Schulformen in Deutschland ausgestattet werden.

    Die Einführung erfolgt durch Gesetz, indem alle Gesamtschulen ohne gymnasiale Oberstufe und Realschulen zum 1. August 2005 durch Änderung der Schulform zu einer Schulform mit zwei Bildungsgängen werden. Die Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe bestehen solange, wie sie über eine vollständige gymnasiale Oberstufe verfügen.

    Die Oberschule wird eine Schule für alle sein. Denn hier werden alle Kinder zusammenkommen und nach ihren Begabungen gefördert, die nicht den direkten Weg zum Abitur anstreben. Die Oberschule ist aber eine so durchlässige Schule, dass mit den Abschlüssen, die an ihr vergeben werden, alle Möglichkeiten bestehen, auch höhere Bildungsabschlüsse zu erwerben.


    thomas.hainz@mbjs.brandenburg.de

    29.12.2004