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Wer oder was ist BOA?

Nicht so gefährlich, wie es sich anhört, aber dafür - wie die Macher meinen - ziemlich komplex und nicht von heute auf morgen zu bewältigen:

BOA ist die Abkürzung für Brandenburger Online Amt und eines der eGovernment-Leitprojekte der Landesregierung.

Projektziel ist, dass BOA sich aus www.brandenburg.de heraus zu einem Verwaltungsportal von Land und Kommunen entwickelt, das Bürgern und Unternehmen einen einheitlichen Zugang zu allen Online-Informationen und -Leistungen des öffentlichen Sektors in Brandenburg unabhängig von Zeit und Ort bietet.

BOA ist weniger eine technische als eine konzeptionelle und organisatorische Herausforderung. Ausgehend von den bereits vorhandenen Infrastrukturkomponenten und Basisdiensten müssen perspektivische Anforderungen im Voraus bedacht und die Aktivitäten aller am Projekt Beteiligten koordiniert und gesteuert werden.

Begonnen wird mit dem Teilprojekt „Landesinformationssystem“ (LIS). Mit seinem schrittweisen Ausbau sollen die Imageseiten der Landesregierung unter www.brandenburg.de von reinen Verwaltungsinformationen, wie z.B. Adress-, Behörden- und Kitaverzeichnis, entschlackt werden. Diese wie auch neue Informationsangebote werden gebündelt, inhaltlich strukturiert und benutzerfreundlich unter einer Oberfläche für Bürger, Unternehmen und Kommunen angeboten. Eine flache Datenstruktur sowie eine einheitliche Nutzerführung stellen sicher, dass jeder schnell findet, was er sucht.

Dateneingabe und -pflege werden nach wie vor bei den fachlich zuständigen Ressorts und ihren nachgeordneten Bereichen liegen. Diese profitieren von einheitlichen Eingabemasken eines eingeführten Redaktionssystems, dessen Wartung und ggf. Modernisierung nicht von ihnen geleistet werden müssen. Zeit- und Personalaufwand der Anwender werden daher in einem sehr guten Verhältnis zur Leistung stehen. Die zentrale Koordinierung übernimmt die Webredaktion im Innenministerium.

Sobald über das Design von BOA (Layout, Farben, Logo) entschieden ist, kann mit der Umsetzung begonnen werden. Erste Ergebnisse können dann relativ zügig im Erscheinungsbild von BOA präsentiert werden. Das Ministerium des Innern wird dies zunächst in seinem Zuständigkeitsbereich umsetzen und dann auf die anderen Ressorts zugehen. Sobald das Landesinformationssystem online ist, sollen auch interessierte Kommunen die Möglichkeit erhalten, ihre Informationen in dem gemeinsamen Verwaltungsportal bereit zu stellen.

Die Bereitstellung von Online-Formularen ist ein weiteres wichtiges Teilprojekt von BOA und wird nahezu parallel zur Einführung und Entwicklung von LIS laufen. Während bei LIS der Schwerpunkt auf einer stärkeren Kundenorientierung der Landesverwaltung im Informationsbereich liegt, ist das Angebot von Online-Formularen vordringlich ein Anliegen der kommunalen Ebene.

Da Doppelentwicklungen und Insellösungen unnötige Kosten verursachen, will das Land gemeinsam mit Pilotkommunen einen Formularservice einrichten und den Landes- und Kommunalverwaltungen rechtssichere Formulare in verschiedenen Formaten zur Verfügung stellen.

Für die Nutzer kommunaler Verwaltungsleistungen wird es zunächst nur in den Pilotkommunen möglich sein auf entsprechend kommunalisierte Formulare zuzugreifen. Wie das in etwa funktioniert, können Sie sich unter www.buergerdienste-saar.de ansehen und ausprobieren.

Der Formularservice bildet die Grundlage für die schrittweise Integration von Fachverfahren. Und damit wären wir nach LIS und Formularservice bei der dritten wichtigen Säule von BOA. Es bedeutet, dass die über den Formularservice zur Verfügung gestellten Formulare in kommunale- und Landes-Fachanwendungen eingebunden werden, so dass Schritt für Schritt medienbruchfreie Dienstleistungsangebote entstehen.

Für den Nutzer endet die Kommunikation mit seiner Verwaltung also nicht mit dem Ausdrucken des Online-Formulars und dessen Versand auf dem Postweg, sondern er kann sein Anliegen per Mausklick in den PC des zuständigen Bearbeiters in der zuständigen Verwaltung befördern und erhält auch Antwort auf diesem Wege. Jeder kennt das aus der Online-Bestellung bei Versandhäusern.

Neben kommunalen Fachverfahren, z.B. Gewerbean/-abmeldung, werden auch elektronische Fachverfahren zwischen den Ländern entwickelt und integriert. Beispielhaft wäre hier das Projekt „Meldedaten online“ zu nennen, das die elektronische Datenübermittlung ab 1.Januar 2007 sicherstellen soll.


susanne.bernig@mi.brandenburg.de

29.12.2004