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Straßenbauverwaltung

Erste Erfahrungen mit der Einführung der Kosten- und Leistungs-Rechnung

KLR in der Straßenbauverwaltung:

Das seit Anfang dieses Jahres zur Einführung der Kosten- und Leistungs-Rechnung (KLR) laufende Reformprojekt geht langsam aber sicher „ins SAP-Netz“. Die dabei gemachten Erfahrungen sollen im Folgenden kurz dargestellt werden.

Am Anfang war das Konzept

Nach einer Bestandsaufnahme und Ist-Analyse startete Anfang 2004 die sogenannte „Konzeptionsphase“. Ziel war die Erarbeitung eines Konzeptes zur Frage, wie die Einführung einer Kosten und Leistungs-Rechnung (KLR) und der Doppik ablaufen sollte. Während der Übergang von der Kameralistik zur Doppik einzig die Mitarbeitenden des Haushaltes betrifft, wird von der Einführung der KLR aufgrund der folgenden Punkte jeder berührt.

1. Kostenstellen Die Organisationsstruktur des zum 01.01.2005 gegründeten Landesbetriebs wurde in eine Kostenstellenstruktur übersetzt. Dabei finden sich die leitenden Angestellten auf Leitungskostenstellen, die im Tagesgeschäft arbeitenden Mitarbeitenden auf Hauptkostenstellen (in der Regel den Sachgebieten) und die interne Unterstützungsleistungen erbringenden Mitarbeitenden auf Servicekostenstellen wieder. Alle Kostenstellen bis auf die Leitungskostenstellen erfassen aus Gründen des Datenschutzes mehr als drei Mitarbeitende. In darauf aufbauenden Kostenstellensteckbriefen sollten die jeweiligen Kostenstellenverantwortlichen Angaben zur Mitarbeiterzahl, den genutzten Flächen sowie den innerbetrieblichen Leistungsverflechtungen machen. Unsicherheit bestand vor allem bei den geforderten verbalen Angaben zu den erhaltenen und erbrachten Vorleistungen von/für andere Kostenstellen. Hier war zu verdeutlichen, dass mit qualitativen Angaben erste Anhaltspunkte für die fachlichen Leistungsverflechtungen über die Kostenstellen und Bereiche hinweg gewonnen werden sollten, um später realistische Verrechnungen vornehmen zu können.

2. Ergebnisbereiche Als Ergebnisbereiche werden nicht einzelne Kostenstellen oder gar Beschäftigte definiert, sondern die sieben Niederlassungen des Landesbetriebes sowie die Zentrale. Dabei kommen nirgendwo die wirklichen Ist-Personalaufwendungen einzelner Mitarbeitender in der KLR vor, sondern nur standardisierte Personalkosten. Ebenso wenig erscheinen die Zeiten einzelner Mitarbeiter/innen, da diese anonymisiert dargestellt werden.

3. Produkte In der KLR sollen zukünftig am Ende aller Verrechnungen periodisch Kosten und Leistungen im Sinne der „outputorientierten Steuerung“ auf den Produkten gezeigt werden. Für das Straßenwesen wurden zunächst 6 Produktgruppen mit insgesamt ca. 20 Produkten gebildet. Hinweise von Beschäftigten bei der Präsentation der Fachkonzepte im Rahmen des begleitenden Akzeptanzmanagements führten zur Aufnahme anfänglich unberücksichtigt gebliebener Produkte. Und spätestens nach dem Start im Januar 2005 ist mit weiteren Ergänzungen und ggf. Streichungen zu rechnen.

Und das Konzept braucht Begleitung

So früh wie möglich wurden die Beschäftigten über die Ergebnisse aus den verschiedenen Workshops informiert. Neben Präsentationen in den einzelnen Niederlassungen war die Einstellung der wichtigsten Ergebnisse in das Info-Portal (Intranet) des Landesbetriebs bedeutsam. Hieraus ergaben sich Hinweise, wo das Konzept an die Wirklichkeit des Straßenwesens anzupassen ist. Betont wurde immer wieder, dass notwendige Anpassungen auch nach dem Betriebsstart noch vorgenommen werden. Als wichtig zum Abbau von Widerständen und Vorbehalten erwies sich das sog. Akzeptanzmanagement. Hier wurden systematisch Fragen und Kritikpunkte zur KLR aufgegriffen und erörtert.

Die nächsten Schritte

Nachdem das Gesamtkonzept bis Ende Juli straßenwesenspezifisch eingerichtet worden war, folgt nun die Testphase. Gegen Ende des Jahres werden die Mitarbeitenden anwendungsbezogen geschult. Im letzten Schritt wird im Januar 2005 das Gesamtsystem im neuen Landesbetrieb Straßenwesen in Betrieb genommen. Dies bedeutet allerdings nicht das Ende aller Arbeiten an der Einführung der KLR, sondern die erste Bewährungsprobe im Echtbetrieb.


juergen.pelzer@mswv.brandenburg.de

22.09.2004