format_B

Impressum | SiteMap

In weiter Ferne ganz nah

Ein Erfahrungsbericht zur Telearbeit im Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung von Ines Nikolajewski

Mein Referatsleiter fragte mich im Dezember 2001, ob ich vorzeitig aus dem Erziehungsurlaub mit meinem zweiten Sohn zurückkehren würde, wenn ich einen Telearbeitsplatz erhielte. Schon während meines Erziehungsurlaubs mit meinem ersten Sohn liebäugelte ich mit Telearbeit und so nahm ich dieses Angebot an und kehrte vorzeitig im April 2002 in das Arbeitsleben erst mit 20 Wochenarbeitsstunden zurück.

Zeitgleich begann das Pilotprojekt „Telearbeit“ im Geschäftsbereich des MLUR. Als erste Teilnehmerin im MLUR war es nun an mir, die theoretische Dienstvereinbarung mit Leben zu erfüllen. Sicherlich waren zu Beginn meiner Arbeit die organisatorischen und technischen Schienen noch etwas rostig, doch mittlerweile läuft es sehr gut.

Derzeit arbeite ich 30 Wochenstunden. Montags und mittwochs und bei Bedarf auch an weiteren Tagen habe ich meine Präsenzphase im MLUR, an den anderen Tagen arbeite ich an meinem Telearbeitsplatz in Berlin. Die Telearbeit stellt sich für mich persönlich als die Möglichkeit dar, arbeiten zu können und zeitgleich der Familie gerecht zu werden. So muss ich mich nicht im Krankheitsfall meiner Kinder abmelden, sondern kann meine Vorgänge am Telearbeitsplatz zu von mir wählbaren Tageszeiten abarbeiten. Zudem entfällt an den Telearbeitstagen meine Anfahrt von Berlin nach Potsdam; dies bringt mir einen Zeitgewinn von täglich mindestens zwei Stunden. Die Präsenztage nutze ich für Rücksprachen und Besprechungen, die Schreibarbeiten kann ich in aller Ruhe an meinen Telearbeitstagen erledigen.

Die Telearbeit bringt aus meiner Sicht jedoch nicht nur Positives mit sich. So ist z. B. der Kontakt trotz Telefon und Outlook nicht so intensiv wie bei einer täglichen Anwesenheit. Auch bei einem starken Bemühen auf allen Seiten gehen nach meiner Ansicht Informationen verloren. Es bedarf bei der von mir gewählten Form der Telearbeit (zwei Präsenztage, drei Telearbeitstage) einer genauen Überlegung, welche Arbeitsunterlagen benötigt werden, um einerseits notwendige Vorgänge jeweils am entsprechenden Ort (MLUR, Telearbeitsplatz) parat zu haben und andererseits unnötige Kilogramm nicht hin und her zu transportieren.

Ich habe hardwareseitig die besten Voraussetzungen. Dank der ISDN-Leitung ist die Datenübermittlung sehr schnell. Die noch schnellere Arbeit mittels DSL ist gegenwärtig nicht möglich, einen entsprechenden Antrag bei der Telekom stellte ich schon vor 11/2 Jahren.

Bei hohem Arbeitsanfall ist die Verlockung groß, auch nach erfüllter Arbeitszeit (auch im Urlaubs- oder Krankheitsfall) die Vorgänge nicht ruhen zu lassen, nicht das Outlook-Postfach zu öffnen und Dienstschluss zu haben. Die offenen Vorgänge liegen – anders als bei den anderen Beschäftigten ohne Telearbeit – am Telearbeitsplatz vor und können bearbeitet werden.

Auch bei allen kleinen Unwegbarkeiten bleibt die Telearbeit für mich eine großartige Art der Beschäftigungsmöglichkeit.


ines.nikolajewski@mlur.brandenburg.de

22.09.2004