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Brandenburg intern

Wartungsarbeiten bei voller Fahrt

Brandenburg-intern wächst an Technik, Themen und Nutzern

Wo neue Standards der Kommunikationstechnik angewandt werden und sich die Palette der Themen verbreitert, da ändert sich nicht nur das, was bei einem Auto unter der Motorhaube liegt. Eigentlich muss ein Internet- oder Intranet-Angebot alle zwei Jahre komplett überarbeitet und auch äußerlich neu gestaltet werden. Redaktionssysteme erlauben es jedoch, Web-Angebote jeden Tag ein bisschen zu verbessern. Egal ob schlagartig oder schleichend: Veränderungen von Web-Angeboten treffen immer auf ein geteiltes Echo. So auch im vergangenen Oktober, als Nutzer älterer Browser-Software beim Aufruf von Brandenburg-intern (bb-intern) sehr schlichte Seiten zu sehen bekamen. „Über Nacht“ war ein Großteil des Intranets auf eine Gestaltung mit Stilvorlagen umgestellt worden. Diesem wesentlichen Schritt hin zu einem moderneren Angebot konnten lieb gewonnene aber eben veraltete Browser nicht folgen. Sie beließen es daher bei einer kargen Darstellung der Inhalte. Nutzer neuerer Browser (z.B. Internet Explorer 5) dagegen sehen seither ein überarbeitetes bb-intern, dessen Seiten auch schneller angezeigt werden.

Stilvoll

Gestaltung mit Stilvorlagen heißt, dass Inhalt und Aussehen einer Seite unabhängig von einander gepflegt werden. Tabellen werden folglich nicht mehr für die Gestaltung, sondern nur noch als Datentabellen verwendet. Die „Druckversion“ der Seite entfällt ebenfalls. Jede Seite kann nun direkt zum Drucker geschickt werden, denn aktuelle Browser nutzen hierfür eigene Stilvorlagen. Dabei wird beispielsweise die Navigationsleiste nicht gedruckt – das spart Papier. Die Trennung von Inhalt und Aussehen verfolgt mehrere Ziele gleichzeitig: Zunächst ist sie eine wichtige Voraussetzung für die künftige Barrierefreiheit des Angebotes. Aber sie ist auch eine Weichenstellung für die Zukunft, um neue Standards (XHTML) oder neue Ein- und Ausgabegeräte (Handhelds, Smartphones) künftig einfacher berücksichtigen zu können. Da die letzte Überarbeitung der Oberfläche bereits über zwei Jahre zurück lag, waren es nicht nur technische und optische Veränderungen, die bb-intern von seiner bisherigen Form unterscheiden: Die Menüführung wurde vereinfacht, die Navigationsleiste auf der linken Seite wurde gestrafft. Das horizontale Hauptmenü wurde zu Gunsten eines Ariadnefadens aufgegeben.

Kneippkur für die Maus

Das sich ständig ausweitende Informationsangebot von bb-intern muss in eine logische Struktur gebracht werden. Die jeweilige Spitze dieser Informations-Pyramide findet sich als Hauptnavigation in der linken Spalte der meisten Seiten. Immer wenn sich die Basis der Pyramide bedeutend ändert, ändert sich auch die Hauptnavigation. Allein die Rubrik „Marktplatz“ nimmt heute mit „Veranstaltungskalender“, „offene Stellen“, „Gästebuch“, „Schwarzes Brett“, „Sozialwerk“ und „Wohnungen“ sechs eigenständige Angebote auf, die zuvor direkt in der linken Navigationsleiste standen. Die Navigationsleiste ist durch solche Vereinfachungen noch übersichtlicher geworden. Diese Kur war ein „Muss“, denn mehr und mehr Informations-Angebote unter bb-intern verwenden zusätzlich eigene Menüeinträge. Damit die Nutzer von bb-intern in der Fülle der Informationen nicht "den Faden verlieren", wird auf nahezu allen Seiten ein Weg zu den übergeordneten Rubriken und Kapiteln gezeigt. Wer zum Beispiel über die Suchfunktion einen Artikel öffnet, kann nun genau verfolgen, zu welchem Thema der Artikel gehört. Die kleine Linkleiste über dem Artikel, die dies ermöglicht, heißt „Ariadnefaden“. Nach der griechischen Mythologie schenkte die verliebte Prinzessin Ariadne dem Theseus eine Rolle Garn, mit dessen Hilfe er seinen Weg durch ein Labyrinth fand.

1,25 Millionen

Die ständige Pflege des Intranet-Angebotes der Landesverwaltung zahlt sich aus: Über 1,25 Millionen Zugriffe verzeichnete bb-intern allein im März 2004. Im Vergleich zum März 2003 ist das eine Steigerung von über 100 Prozent. Und vor der Einführung des Redaktionssystems am 4. Juli 2001 waren es monatlich gar „nur“ 40.000. Das steigende Interesse an bb-intern ist auch in der wachsende Zahl der Nutzer begründet. So besteht seit Februar 2002 eine wechselseitige Verbindung mit dem Intranet der Berliner Verwaltung. Ein Blick in das Gästebuch von bb-intern zeigt, dass auch die Gäste gerne in bb-intern stöbern.

Selber machen

Drei verschiedene Techniken nutzt bb-intern, um Informationen darzustellen: Spezielle Anwendungen werden eigens erstellt, um besondere Anforderungen zu erfüllen (z.B. offene Stellen, Protokollsammlungen von Gremien). Daneben gibt es eine Vielzahl von Einzelinformationen, die sich zunächst nicht in einen größeren Kontext einbinden lassen, jedoch trotzdem veröffentlicht und in einer logischen Struktur wieder gefunden werden müssen. Diese Informationen fließen zumeist in die Rubrik „Innere Verwaltung“. Mehr und mehr Anbieter nutzen jedoch die Möglichkeit einer mandantenfähigen Anwendung, um mit dem Redaktionssystem SixCMS eigenständige Angebote im Design von bb-intern zu erstellen. Dazu gehören auch das Netzwerk Aus- und Fortbildung für den öffentlichen Dienst (NAFöD) und die Koordinierungsstelle für Personalmanagement (KPM). Diese Anwendung ist so flexibel aufgebaut, dass jeder Anbieter eine eigene Struktur verwirklichen kann, ohne sich um die Gestaltung kümmern zu müssen. Selbst HTML-Kenntnisse sind für die Redakteure nicht wirklich notwendig und Service-Module erlauben den einfachen Aufbau einer eigenen Link-Sammlung oder eines eigenen Glossars. Auch eine Termin-Anwendung ist geplant. Wichtige Artikel können bereits heute so ausgezeichnet werden, dass sie auf der Startseite von bb-intern erscheinen.

My bb-intern

Mit SixCMS steht für bb-intern ein Redaktionssystem bereit, dessen Möglichkeiten noch lange nicht ausgereizt sind. Mit einem größer werdenden Informationsangebot stellt sich auch die Frage nach der Personalisierung der angebotenen Seiten: Die eMail-Benachrichtigung über neue Inhalte ist ebenso denkbar wie ein Portal, welches nach dem Einloggen nur abonnierte Themen zeigt.

Frank Schiersner ]
frank.schiersner@mi.brandenburg.de

11.06.2004