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Agrar- und Umweltminister Wolfgang Birthler eröffnet bei der Pressekonferenz am 4. Februar in der Oberförsterei Potsdam offiziell das neue Informationssystem mit integrierter KLR

Mouse statt Waldi

Förster mit neuem Informationssystem und Kosten-Leistungsrechnung (KLR) im Zuge der Forstreform

Die Landesforstverwaltung

Brandenburg ist mit rund 1,1 Mio. Hektar Wald (37% Waldanteil) eines der waldreichsten Bundesländer. Die Landesforstverwaltung, mit gegenwärtig 1.214 Beamten und Angestellten und 1.380 Waldarbeitern, ist für vielfältige forstwirtschaftliche Belange zuständig.

Dazu gehören die Bewirtschaftung des Landeswaldes, die Beratung und Betreuung nichtstaatlicher Waldbesitzer (Vergabe von Fördermitteln, Hilfe bei der Holzvermarktung, Waldschutz, Waldbau etc.) sowie hoheitliche Aufgaben als Sonderordnungsbehörde. Über 290.000 Hektar Landeswaldfläche werden 2 forstbetrieblich bewirtschaftet, wobei jährlich rund 1 Mio. Kubikmeter Holz eingeschlagen und verkauft werden.

Verwaltungsmodernisierung im Zuge der Forstreform

Durch die Forstreform werden nicht nur erhebliche Finanzmittel über Personalreduzierungen eingespart (942 Stellen, rund 1/3 aller Beschäftigten sollen von 2001 bis 2005 abgebaut werden), sondern es sind echte qualitative Verbesserungen der Aufgabenerfüllung erreicht worden.

Die produktbezogene Kosten- Leistungsrechnung (KLR), Nettobudgetierung, ein wirksames Controlling, Zielvereinbarungen und Teamarbeit sind in der Landesforstverwaltung bereits Realität.

Modernes Informationssystem mit integrierter Kosten-Leistungsrechnung

Forstminister Wolfgang Birthler konnte das komplexe Forstliche Informations- und Controlling-System, kurz „FICoS“, am 4. Februar im Rahmen einer Pressekonferenz den Forstleuten offiziell übergeben.

Mehr als 1.200 Nutzer, von der abgelegensten Revierförsterei, über die zehn Ämter für Forstwirtschaft und die Landesforstanstalt Eberswalde, bis hin zum Ministerium sind vernetzt und buchen künftig direkt mit Lese- und Schreibrechten in das neue IT-System. Über einen geschützten Internetzugang (VPNNetz) wird über das Landesverwaltungsnetz auf die zentrale Datenbank in der Landesforstanstalt zugegriffen. Mehrere hundert Benutzer können dabei gleichzeitig im System arbeiten.

Alle kosten- und erlöswirksamen Aktivitäten werden produkt-, projekt-, objekt-, auftrags- und zeitbezogen geplant und abgerechnet. Die entsprechenden Angaben zu Mengen, Zeiten, Flächen, Kosten und Erlösen werden untergliedert nach Kostenstellen, Kostenarten und Kostenträgern dargestellt. Die Gesamtsteuerung erfolgt über die KLR, die auf Basis der Arbeitszeiten die Gemeinkosten (Personal- und Sachausgaben) verrechnet. Mit der neuen KLR wird ein Einnahme- und Ausgabevolumen von ca. 160 Mio. Euro gesteuert.

Eine Besonderheit der bedienerfreundlichen Software „WinforstPro“ (Firma Latschbacher) ist ein „Berichtsgenerator“. Er erlaubt es jedem Anwender, eigene Auswertungen vorzunehmen, ohne auf vorprogrammierte Listenauswertungen angewiesen zu sein. Darüber hinaus können die Daten sehr einfach in die üblichen Schreibsysteme Excel und Word exportiert und dort weiter bearbeitet werden.

Zahlreiche Kommunen und Forstbetriebsgemeinschaften nutzen das System der Förster bereits als IT-Dienstleistung für ihre eigenen Forstbetriebe. Im Informationssystem ist zudem die Liegenschaftssoftware „ComWIS“ integriert (Firma ComIn GmbH, Schwerin), mit der über 2,4 Mio. Flurstücke verwaltet werden.


jörg.ecker@mlur.brandenburg.de

11.06.2004