Aus Drei mach Eins
Bündelung von Kapazitäten bei der Steuerausbildung der Länder Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt
Im Bildungszentrum der Finanzverwaltung in Königs Wusterhausen sind die Fachhochschule für Finanzen, die Landesfinanzschule sowie das Fortbildungszentrum der Finanzverwaltung „unter einem Dach“ zusammengefasst. Hier wird die Ausbildung der Beamtenanwärter des gehobenen und des mittleren Dienstes der Steuerverwaltung sowie die fachliche Fortbildung der Beschäftigten der Landesfinanzverwaltung durchgeführt.Bereits seit 1999 lässt das Land Sachsen-Anhalt den mittleren und gehobenen Dienst seiner Steuerverwaltung in Königs Wusterhausen ausbilden. Im Herbst 2002 hatte sich das Land Berlin für den Bereich des gehobenen Dienstes der gemeinsamen Ausbildung angeschlossen, über die Übernahme auch der Ausbildung des mittleren Dienstes wird zur Zeit noch verhandelt. Meinungsunterschiede bestehen – was angesichts der schwierigen Haushaltslage der Länder nicht anders zu erwarten ist – lediglich über die Höhe des Preises, zu dem die Übernahme der Ausbildung erfolgen soll.
Mit dem Zusammenschluss bündeln die Länder ihre Kräfte, um gerade auch für den Bereich der Fachhochschule eine Ausbildung anbieten zu können, die modernen Ansprüchen gerecht wird. Die Fachhochschule benötigt einen festen Dozentenstamm, der die Vielfältigkeit der Ausbildungsaspekte abdecken kann, aber auch nebenamtliche Lehrkräfte, um die Praxisorientiertheit der Ausbildung zu garantieren. Dies setzt jedoch Einrichtungen einer bestimmten Größenordnung voraus.
Der Zusammenschluss bietet daher die Chance, weitere Inhalte anzubieten und die soeben durchgeführte Studienreform mit noch mehr Leben zu füllen. Dass für derartige Kooperationen vielfältige weitere Aspekte sprechen, ist selbstverständlich. Allein die Möglichkeiten bei der Informationstechnologie können nur bei größeren Einrichtungen ausgeschöpft werden. Darüber hinaus sollen die Kostenstrukturen so optimiert werden, dass in einem zusammenwachsenden Land Berlin-Brandenburg Möglichkeiten zusätzlicher Kooperation auch tatsächlich genutzt werden können. Mit dem im Übrigen geplanten Neubau der Lehrsaalgebäude wird das Bildungszentrum einen weiteren Schritt tun, um sich zu einem modernen Aus- und Fortbildungszentrum zu profilieren. Auch für Kooperationen im außersteuerlichen Bereich sind Fachhochschule und Bildungszentrum offen. Die im Haushaltssicherungsgesetz 2003 vorgesehene Zusammenarbeit mit der Justizakademie würde gut in dieses Bild passen.
[ Rudolf Oehm, Direktor der Fachhochschule für Finanzen ]
rudolf.oehmen@fhf.brandenburg.de
11.06.2004

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