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Polizei-Intranet. Foto: D. Gräf

Per Maus-Klick ins Reformgeschehen

Intranet-Angebot zur Polizeireform

Wenn die Projektgruppe "Reform der Polizei" im Innenministerium berät, können an den etwa 4000 PC's der Landespolizei zwischen Perleberg und Lübben bereits 24 Stunden später die wichtigsten Ergebnisse abgerufen werden.

Die speziellen Reformseiten im flächendeckenden Polizei-Intranet Brandenburgs bieten den mehr als 10.000 Polizeiangehörigen unter etwa 30 verschiedenen Rubriken Möglichkeiten zur Information und Kommunikation in Sachen Polizeireform. Ob Streifenpolizist oder Leitender Polizeidirektor ist damit jeder schon per Maus-Klick mittendrin im Reformgeschehen. Wer noch vor zehn Monaten in den Dienststellen etwas mitleidig über Intranet-Enthusiasten und ihre Plädoyers für die verstärkte Mitarbeiterkommunikation über neue Medien lächelte, klickt sich jetzt selbst reforminteressiert ins Netz. Insgesamt fast 180.000 Zugriffe sind innerhalb von neun Monaten auf den Seiten zur Polizeireform registriert worden. Pro Werktag machten sich damit durchschnittlich 1050 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Bildschirm zu "ihrer Polizeireform" kundig.

Dabei versucht die kleine Web-Redaktion, möglichst umfassend und aktuell zu informieren. Auf derzeit 38 Megabyte verweist die Reform-Startseite u.a. auf die aktuellen Arbeitsinformationen der Projektorganisation mit ihrer Projektgruppe, den vier Arbeitsgruppen und den Vorbereitungsstäben der künftigen Polizeipräsidien Ost und West. Grundsätzliche Erlasse und Dokumente zur Reform sind genauso abrufbar wie Ministerbriefe oder Pressemitteilungen des Ministeriums. Die Seiten informieren detailliert über die Besetzungen der Arbeits- und zahlreichen Unterarbeitsgruppen und geben in Sekunden Antwort auf die Frage wer, wo mitarbeitet und bei Interesse Ansprechpartner ist. Interessenten finden reformbezogene Parlamentsanfragen und -antworten sowie zusammenfassende Informationen über Polizeireformen in den anderen Bundesländern. Info-Diagramme zur Landespolizei, "Am Rande" Notiertes oder auch Kurzbeiträge zu Reformgesprächen und -statements von Minister, Staatssekretär oder Projektgruppenleiter gehören u.a. zum Fundus einer speziellen "Bibliothek". Natürlich fehlt nicht die umfassende Übersicht der 6.558 verschiedenen Fragen und 21.430 Antworten aus den 875 Workshops zur Polizeireform in den Polizeidienststellen des Landes. Und: Auch die Auswertung mit den einzelnen Stellungnahmen des Projektbüros erfolgt für alle transparent im Netz. Täglich zumeist mehrmals wechselnde Laufzeilen signalisieren bereits auf der Startseite neueste Informationen mit sofortigem Zugang.

Mehr als 1000 Fragen und Hinweise vorwiegend per E-Mail

Doch das Intranet mit seinen technischen Möglichkeiten ist noch mehr als die inzwischen wohl wichtigste polizeiinterne Informationsquelle zur verständlicherweise engagiert und kontrovers diskutierten Neuorganisation der brandenburgischen Polizei. So kann sich mit Hilfe einer E-Mail-Maske jeder auch nicht so PC-Kundige problemlos mit Fragen, Hinweisen oder Vorschlägen jenseits des "normalen Dienstweges" direkt an das Projektbüro der Reform, sprich das Ministerium, wenden. Die weitaus meisten der etwa 500 Mitarbeiter, welche die verschiedenen Kommunikationslinien der Polizeireform - so auch Hotline, Fax und Internet - nutzten, meldeten sich per Intranet-Mail zu Wort. Insgesamt gingen auf diesem direkten Wege bis Ende Juli etwa 1160 verschiedene Fragen, Hinweise oder Vorschläge ein. Die sofortige Weiterleitung an die Reformarbeitsgruppen und eine jeweils individuelle Antwort signalisieren den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Stellenwert ihrer Gedanken zur Polizeireform und motivieren zu weiteren Beiträgen. In einer Beispiel-Rubrik können derzeit etwa 70 der eingegangenen allgemein interessierenden Fragen zur Reform mit Antworten aufgerufen werden.

Geert Piorkowski ]

26.11.2001