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Ohne Moos nichts los oder der Wald und die Bäume...

Die Forstreform ist eines der umfangreichsten Modernisierungsprojekte

Einige Jahre wird nun schon darüber diskutiert, ob die Landesforstverwaltung Brandenburg noch so modern ist, wie die an sie gestellten Anforderungen.

Tausende Hektar Treuhandwald, die sie bewirtschaftet hat, sind in den vergangenen Jahren an private Interessenten verkauft worden. Die sogenannten WGT-Flächen sind durch einen Geschäftsbesorgungsvertrag mit der Brandenburger Bodengesellschaft mbH in die Bewirtschaftungsobhut der Landesförster gekommen. Dazu hat sich die Landesregierung auf die Fahnen geschrieben, 8.000 Beschäftigungsverhältnisse bis zum Jahr 2005 abzubauen. Die Forstverwaltung hat davon 942 Stellen, das ist fast ein Achtel, zu erbringen.

Alles das sind Veränderungen, die dazu führen, dass wir Förster über uns nachdenken. Das fällt schwer, da der Wald, den wir pflanzen und pflegen für 100 und mehr Jahre angelegt ist. Doch können wir deshalb ja auch nicht wie unsere Vorgänger mit dem Fahrrad die inzwischen viel größer gewordenen Zuständigkeitsbereiche bereisen oder nur mit Axt und Motorsäge die schwere Waldarbeit verrichten.

Weil die Entwicklungen in allen Bundesländern voranschreiten, steht die Brandenburger Landesforstverwaltung nicht allein auf dem Prüfstand. - Wie wäre es beispielsweise mit der Privatisierung, war im Jahr 2000 die zu beantwortende Frage. Umfangreiche Studien haben nicht nur für die hiesige Forstverwaltung ergeben, dass das nicht der optimale Weg wäre, um in der Zukunft eine moderne Waldbewirtschaftung zu betreiben. Ein Argument dafür sind die zahlreichen hoheitlichen Aufgaben, die ein privates Unternehmen schon aus Kostengründen nicht leisten könnte. Ein anderer ist das Vorhaben, trotz des notwendigen Arbeitsplätzeabbaus nicht von heute auf morgen hunderte Beschäftigte zu entlassen, sondern für alle nach und nach sozialverträgliche Lösungen zu finden.

Die Forstverwaltung sollte eine moderne und damit zukunftsorientierte Verwaltung werden. Alle ortsbezogenen Aufgaben sollen bürgernah und dabei speziell für Waldbesitzer qualitätsorientiert zur Verfügung stehen. Also nahmen die Beschäftigten der Forstverwaltung das Heft in die Hand und erarbeiteten eine Strategie. Sie überdachten ihr Leitbild, setzten sich mit Anforderungen und Ansprüchen aller Art auseinander, untersuchten und analysierten über 140 Geschäftsprozesse, beschrieben über 1200 Aktivitäten und entwickelten die optimierte Gemeinschaftsforstverwaltung. Damit ist im Ergebnis der Forstreform eine komplette Neustrukturierung der Forstverwaltung vorgeschlagen worden, die im Kern mit der Abflachung von hierarchischen Strukturen und der gezielten Einführung teamorientierter Aufgabenerledigung in Kombination von Ergebnis- und Ressourcenverantwortung einhergeht.

Die Landesregierung stimmte diesem Konzept zur Forstreform am 25. September 2001 zu. Damit ist der Weg für die Reform der brandenburgischen Forstverwaltung frei.

So wird es ab 2002 die optimierte Gemeinschaftsforstverwaltung in Brandenburg geben, die sich zwar bis zum 31.12.05 um 942 Beschäftigungsverhältnisse verschlanken muss, aber trotzdem den Anforderungen an einen modernen Dienstleister für die Interessenten am Wald und auch seine privaten und kommunalen Eigentümer gerecht werden wird.
Das organisatorische Dach der Forstverwaltung wird zukünftig aus 10 Ämtern für Forstwirtschaft bestehen. Diese 10 Ämter werden in 72 Oberförstereien mit 504 Forstrevieren organisiert. Dies entspricht einer Reduzierung der Dienstsitze um 8 (55%) bei den Ämtern für Forstwirtschaft, 39 (20%) bei den Oberförstereien und 152 (6%) bei den Forstrevieren. Diese Reduzierung ist jedoch mit einer Kompetenzerweiterung der Organisationseinheiten verbunden.

Damit die hochgesteckten Ziele der Forstreform keine Wunschträume bleiben, werden die Forstbediensteten über eine Dienstvereinbarung mit dem Hauptpersonalrat zur personalwirtschaftlichen Umsetzung eingebunden. Mit dieser Dienstvereinbarung verpflichtet sich das Ministerium, den notwendigen Abbau von 942 Stellen sozialverträglich zu gestalten.

Das sind die wesentlichsten Neuheiten. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail und erst mit Beginn der Umsetzungsphase der Reform der Landesforstverwaltung wird sich zeigen, wie wir auf die bevorstehenden Veränderungen vorbereitet sind.

Machen wir uns auf den Weg, um auch die vielen geplanten Erleichterungen sowohl für die unmittelbare Zusammenarbeit der Landesforstverwaltung mit den Waldbesitzern und Kommunen als auch für die Forstdienststellen untereinander in der täglichen Arbeit praktisch zu erleben. Und verbunden mit der Freude, eine traditionsverbundene Forstverwaltung zu bleiben, sind wir neugierig auf die neue vor uns liegende Zeit.

Jürgen Hodek ]
juergen.hodek@mlur.brandenburg.de

26.11.2001