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Sts Rainer Speer

Orientierung an den Interessen der Bürger

Interview

Interview mit Rainer Speer, CdS und AVO-Vorsitzender für die Reformzeitung des AVO/ Stabsstelle für Verwaltungsmodernisierung

Wie wird die Landesverwaltung in 10 Jahren aussehen? Welche Änderungen in der Aufgabenwahrnehmung und in der Darstellung nach außen erwarten Sie?
Die Entwicklung im Bereich der elektronischen Medien und Kommunikationswege wird dazu führen, dass in immer stärkerem Maße Dienstleistungen für den Bürger direkt z.B. über das Internet abrufbar werden. Die Verwaltung wird sich auf diese Bedürfnisse durch entsprechende Angebote einstellen müssen. Die dann notwendig kurzen und transparenten Entscheidungswege werden auch die hierarchische Struktur der Verwaltung berühren.

Was ist in diesem Zusammenhang Ihr wichtigstes Ziel/Ihr größter Wunsch?
Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Orientierung an den Bedürfnissen der Bürger als Dienstleistungsempfänger sowie den Interessen des Landes Brandenburg und den Erwartungen der Beschäftigten.

Wo befürchten Sie die meisten Widerstände auf dem künftigen Weg der Verwaltungsmodernisierung?
Jede Änderung des Status quo stößt regelmäßig auf den Widerstand der Betroffenen. Ich würde es begrüßen, wenn der sozialverträgliche Personalabbau einerseits sowie die strukturellen Änderungen andererseits von den Mitarbeitern der Landesverwaltung als Chance - denn dafür halte ich es - begriffen werden, sich weiter zu qualifizieren und im beruflichen Fortgang konkurrenzfähig zu bleiben.

Wie treten Sie der Meinung entgegen, die "Verwaltungsoptimierung" sei lediglich der Deckmantel für den ohnehin beschlossenen massiven Stellenabbau innerhalb der Landesverwaltung?
Die Verwaltungsmodernisierung ist kein Mittel, sondern zwingend Folge der im Rahmen der Konsolidierung des Haushaltes notwendigen Stellenreduzierung. Umfang und Zahl der Aufgaben können in vielen Bereichen der Landesverwaltung nicht ohne weiteres reduziert werden; es muss also darum gehen, die Verwaltungsstrukturen und die Aufgabenwahrnehmung effizienter zu gestalten. Wer sich die vom Kabinett am 1. April 2001 beschlossene Personalbedarfsplanung bis zum Jahre 2005 ansieht, wird feststellen, dass die Festlegungen zu den Einsparungen nicht pauschal, sondern aufgabenbezogen getroffen worden sind, es in einigen Bereichen sogar Personalzuwächse geben wird.

Worin besteht Ihr persönlicher Beitrag zur Verwaltungsoptimierung/-modernisierung?
Neben der Leitung des Staatssekretärsausschusses für Verwaltungsoptimierung und zwischenzeitlichen Wächterfunktion bei der Koordinierung der Regierungsgeschäfte halte ich mich auf dem Laufenden, was die modernen Verwaltungsinstrumente wie z.B. Neues Steuerungsmodell, Kosten- und Leistungsrechnung oder E-Government betrifft.


26.11.2001