Mitarbeiter sind gefragt
I. Kongress zur Verwaltungsmodernisierung der Landesverwaltung Brandenburg
„Es stellt sich gar nicht die Frage, ob man Verwaltungsmodernisierung mit den Beschäftigten machen muss. Die Einbindung der Beschäftigten ist die Grundvoraussetzung für jegliche Modernisierungsmaßnahmen. Ohne ihre Mitwirkung wird es keine erfolgreiche Verwaltungsmodernisierung in Brandenburg geben“
, so Prof Dr. Werner Jann von Universität Potsdam am Rande des I. Kongresses zur Verwaltungsmodernisierung in Brandenburg. Dieser Grundtenor zeichnete den gesamten Kongress aus, der am 19. Oktober 2001 in der Staatskanzlei stattfand.Alle Referenten stellten fest, dass Verwaltungsmodernisierung nicht vom „grünen Tisch“ aus diktiert werden kann. Es handele sich vielmehr um einen Prozess, der vor allem in den Köp-fen der Kolleginnen und Kollegen stattfinden müsse. Die Ideen für eine kundenfreundlichere und effizientere Verwaltung seien da, es bedürfe jetzt nur der Umsetzung. Jeder Beschäftigte sei schließlich auch Bürger und kenne die Schwachstellen aus eigener Erfahrung. In fünf Foren, die zu den Themen Personalmanagement, eGovernment, Gender mainstreaming, Qualtitätsmanagement und Haushaltsmodernisierung im Rahmen des Kongresses stattfan-den, wurde festgestellt, dass es nicht so sei, dass das Rad in Brandenburg neu erfunden werden müsse. Aber es müsse über die Ansätze zur Modernisierung intensiver geredet wer-den, Erfahrungen müssten häufiger ausgetauscht werden und Vorschläge – gerade aus den Reihen der Beschäftigten - müssten in die richtige Bahn gebracht werden. Das bedeutet, dass der ganze Prozess noch transparenter gestaltet werden muss.
Rund 250 Beschäftigte des Landes diskutierten mit Referenten aus Wissenschaft und Praxis berichteten über ihre Erfahrungen, Konzepte und Verfahrensweisen aus Brandenburg, dem Bund oder anderen Bundesländern. Die Diskussion in den Foren, die auf knapp drei Stunden beschränkt war, hätte nach mehrheitlicher Meinung noch weitergehen können. Das lag sicherlich daran, dass die Beiträge realitätsnah waren und Praxisbezug hatten.
Eingebettet war die Veranstaltung in ein Rahmenprogramm, in dem Minister Jörg Schönbohm eine Bestandsaufnahme der bereits in Angriff genommenen Modernisierungsprojekte vornahm und die ausdrückliche Unterstützung der politischen Führung des Landes zusagte. Gunther Fritsch, Vorsitzender des für Verwaltungsmodernisierung federführend zuständigen Hauptausschusses des Landtages Brandenburg, erläuterte den Kongressteilnehmern die Erwartungen des Landtages an eine moderne Verwaltung und sicherte seine Unterstützung für die Weiterführung des Prozesses zu. Er bedankte sich beim Chef der Staatskanzlei und AVO-Vorsitzenden Rainer Speer, für die bisherige gute Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Verwaltungsmodernisierung. Peter Seyfried, Leiter der Stabsstelle Verwaltungsreform im Innenministerium des Landes Baden-Württemberg, konnte sehr plastisch über die Erfahrungen aus Baden-Württemberg, die Fortschritte, aber auch die Hemmnisse dieses Prozesses berichten. In der abschließenden Podiumsdiskussion, die vom ORB- Moderator Thomas Braune moderiert wurde, brachten als Vertreter der Landesverwaltung Ralf Andrä (MLUR) und Hans-Jürgen Hohnen (MI), der Leiter der Stabsstelle für Verwaltungsmodernisierung Volker-Gerd Westphal sowie Heinz-Egon Müller vom Deutschen Beamtenbund und Uwe Neumann von ver.di ihre Standpunkte zu Modernisierungsthemen recht kontrovers zum Ausdruck.
Um den Teilnehmern für die aktive und oft sehr kreative Beteiligung am Erneuerungsprozess zu danken, lud Ministerpräsident Manfred Stolpe noch zu einem kleinen Empfang ein. Auch beim Essen und Trinken wurde rege weiter diskutiert, wobei so mancher Teilnehmer nachdrücklich forderte, dass es nun gelte, mit der praktische Umzusetzung zu beginnen. Die Mitarbeiter der Stabsstelle kündigten an, auch künftig alles daran zu setzen, dass der Prozess praktische Ergebnisse zeitige. Zusammenfassend kamen sie zum Ergebnis, dass der Kongress Motivation und Inspiration zugleich gewesen sei. Die Tradition solle fortgesetzt und weitere Veranstaltungen dieser Art geplant, die vielleich noch einen größeren Kreis von Beschäftigten erreichen.
[ Petra Rother, Redaktionsleitung >>format B<< ]
petra.rother@stk.brandenburg.de
26.11.2001

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