Gemeinsam zum Erfolg?!?
Akzeptanz als Schlüssel für den Projekterfolg
Michael Pittelkow ist 39 Jahre alt. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach einer Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten wählte er die Laufbahn des gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienstes . Er arbeitete insbesondere im Finanz-, im Organisations- und im Personalbereich, bevor er als Berater in die Abteilung Verwaltungsmanagement einer großen Beratungsgesellschaft wechselte. Heute ist er Associate Partner im Unternehmensberatungszweig der IBM und auch dort spezialisiert auf Behörden. Er verantwortet im brandenburgischen Projekt die Themenkomplexe Akzeptanz- und Veränderungsmanagement.
Herr Pittelkow, als jemand, der sozusagen „beide Welten“ kennt: können Sie verstehen, dass Mitarbeiter Bedenken gegenüber der Einführung der KLR haben?Ja, ich kann verstehen, dass Menschen Bedenken vor der KLR haben – aber diese Angst ist wirklich unberechtigt. Meistens hat sie Ihre Ursache auch nur in der Unkenntnis dessen, was KLR wirklich bedeutet – da sind viele Gerüchte und Missverständnisse im Umlauf. Es geht eben nicht um persönliche Leistungskontrolle. KLR dient dazu, insgesamt den Einsatz von Geld und Personal besser und gerechter zu steuern und erforderliche politische Entscheidungen betriebswirtschaftlich zu flankieren. Nicht mehr aber auch nicht weniger.
Wozu soll die KLR denn sonst dienen?
Da antworte ich Ihnen zunächst einmal als Steuerzahler: es geht letztlich darum, den Einsatz öffentlicher Mittel transparent zu machen und den vielen Verschwendungsvorwürfen zu begegnen. Auch in der Konsolidierungsdiskussion, die ja in Brandenburg sehr intensiv geführt wird, wird die KLR sinnvoll zu nutzen sein. Sie hilft, Kürzungen mit dem Rasenmäher zu vermeiden und ermöglicht eine treffsichere Aufgabenverteilung.
Und was planen Sie, um die Akzeptanz der KLR bei den Mitarbeitern in den Behörden zu erreichen?
Mit der Akzeptanz des Projektes und seiner Ergebnisse steht und fällt doch der Erfolg des Projektes. Es macht keinen Sinn eine Kostenrechnung aufzubauen, wenn niemand sie nutzen will oder kann, oder? Also, geht es neben der fachlich-inhaltlichen Arbeit ganz wesentlich darum, dass jede Führungskraft und jeder Mitarbeiter, der mit der KLR zu tun hat, sich mit ihr befassen will, weiß, worum es bei der KLR geht und mit ihr umgehen kann. Aus diesem Ansatz „wissen – wollen – können – wollen“ ergibt sich auch, wie wir die notwendige Akzeptanz schaffen wollen: mit einem Mix aus Wissensvermittlung und konkreten Hilfestellungen.
Was bedeutet das genau?
Die konkreten Maßnahmen werden in den vier Pilotbereichen sehr unterschiedlich sein, denn schließlich finden wir dort ja auch verschiedene Situationen vor. Daher werden wir zunächst mit den Projektteammitgliedern jeweils die individuelle Situation vor Ort betrachten. Erst dann können wir genau festlegen, welche Einzelaktivitäten wir durchführen werden. So viel weiß ich aber bereits heute: wir werden auf keinen Fall Werbegeschenke und Hochglanzbroschüren verteilen oder zu Anfang „die große Welle“ schlagen und dann Funkstille wahren. Auch wird sich unsere Arbeit nicht auf „ab und zu mal eine Infozeitung“ beschränken. Statt dessen werden wir frühzeitig, kontinuierlich und leicht zugänglich Informationen entsprechend des Projektfortschrittes liefern.
Auch unsere Schulungs- und Unterstützungsmaßnahmen richten sich darauf, alles zu vermitteln was notwenig ist, das System zu bedienen und die KLR vollständig zu nutzen und die neuen Abläufe kennen zulernen. Und das auch nach der Einführung des Systems. Wir stehen in den ersten Wochen, in denen mit dem System gearbeitet werden wird, für Fragen und Handreichungen zur Verfügung.
Und noch ein weiterer Aspekt ist mir in diesem Zusammenhang sehr wichtig: wir werden immer offen und ehrlich kommunizieren und auch immer ein offenes Ohr für die Anregungen und Bedenken der beteiligten Beschäftigte haben. Daran werden wir uns messen lassen.
22.01.2004

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