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Redaktion formatB

„Natürlich haben wir auch Lampenfieber“

Hinter den Kulissen der Redaktion

„Anders als im Zirkus hat sich bei uns die Aufregung schon gelegt, wenn der Vorhang fällt. Aber sonst ist vieles ähnlich“, sagt Petra Rother, die gemeinhin als Direktorin im Zirkuszelt angesehen wird.

Was im Zirkus das Trapez ist bei format_b die Transparenz. Seit 2001 soll das Blatt den Beschäftigten zeigen, was sich vor und hinter den Kulissen der Verwaltungsmodernisierung tut.

Es sind keine Zeitungsprofis, die sich dafür zusammengefunden haben. „Wir sind Kollegen wie Du und Ich“, sagt Kathrin Schiersner und legt nach: „Wir versuchen durch ständiges Üben die Journalisten in uns zu wecken.“

Die Aufgaben im Team sind vielfältig und verteilen sich auf viele Schultern. Ob Dompteure, Plakatkleber, Zauberer oder Artisten – selbst der Clown wird gebraucht, wenn es darum geht, eine lesenswerte Ausgabe zu erstellen. Im Zentrum steht das Publikum. Was es geboten bekommt, wird in den Redaktionssitzungen entwickelt.
„Hier wird mit Beiträgen jongliert, damit die Ausgabe ,rund‘ wird“, meint Olav Berger.

Ansprechendes Aussehen, das Verhältnis von Bildern zu Texten und ähnliches mehr ist das Ziel. „Auch die einzelnen Zirkusnummern (Beiträge) müssen choreographiert werden“, so Philipp Riecken. „Vielleicht haben wir manchen Artisten (Autoren) damit schon vor den Kopf gestoßen“, ergänzt Bärbel Fleischer, denn Hinweise und Tipps an die Autoren zur sprachlichen Gestaltung, das Finden von knackigen Überschriften und Einleitungstexten gehören ebenso zu den Aufgaben der Redaktion wie auch Anregungen zum Umstellen und Kürzen von Texten.

„Natürlich sind wir uns nicht immer einig, wenn es darum geht, welcher Beitrag in welche Ausgabe passt“, berichtet Michaela Schubert-Linke „aber einen Programmdirektor haben wir bisher nicht gebraucht.“ Viel ist zu bedenken bei der endgültigen Zusammenstellung einer Ausgabe von format_b. Das beginnt bei der möglichst breiten Palette an Themen, der angemessenen Vertretung nicht nur der Obersten Landesbehörden und endet bei der politischen Ausgewogenheit. „Oft sind die Redaktionssitzungen wie eine Orchesterprobe“, meint Susanne Dorn, erst seit kurzem dabei „es dauert halt bis die Instrumente gestimmt sind und die Einsätze stimmen“.

Spannend wird es noch einmal, wenn das erste Layout der Agentur eintrifft. „Erst dann sieht man, ob es wirklich passt“, erzählt Jürgen Hodek, „wie bei einer Generalprobe“. Bei aller Vorbereitung kann es immer wieder vorkommen, dass der Platz nicht reicht. Artikel wandern von vorne nach hinten, wechseln die Farbe. Neue Bilder müssen her. Überschriften und Einleitungstexte werden gekürzt, Beiträge in die nächste Ausgabe verschoben, Rücksprache mit Autoren gehalten. „Dennoch entsteht immer wieder ein vorzeigbares Produkt“, staunt Holger Lührig.
Natürlich: der Seiltänzer verliert manchmal das Gleichgewicht, der Clown gibt eine traurige Figur ab und der Elefant will einfach nicht. Wir hoffen dennoch, die Vorstellungen gefallen Ihnen, liebes Publikum.

Das Zirkusteam ]
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05.11.2003