Jammern hilft nicht
Aus Personalvertretersicht:
„Im Leben hast du entweder ein Problem, hast eben ein Problem hinter dich gebracht oder bist auf dem Weg zu einem Problem!“ Dieser Satz beschreibt treffend die Gesamtsituation.
Um den Beschluss der Landesregierung vom November 2001 umzusetzen, waren Weisheit und Mut gefordert. Weisheit als die Fähigkeit zu unterscheiden was richtig und was falsch ist. Mut, um nach Entscheidungen zu handeln und damit den Auftrag zu erfüllen. Alle Personalräte wurden aufgerufen, uns ihre Optionen mitzuteilen, denn auch wir hatten auf viele Fragen keine Antworten.Zahlreiche Arbeits- und Unterarbeitsgruppen wurden gebildet, um möglichst viele Beschäftigte mit ihrem Sach- und Fachwissen in das Vorhaben einzubinden. Zugleich sollten sie als Multiplikatoren in den Liegenschafts- und Bauämtern wirksam werden. Es war erstaunlich, welches Potential durch diese Arbeitsweise freigesetzt wurde. Besondere Anstrengungen wurden unternommen, um eine für die Beteiligten akzeptable und zielführende Dienstvereinbarung abzuschließen.
Wir können heute sagen, dass sich dieser streitbefangene Vorgang gelohnt, und sich die Dienstvereinbarung in der Praxis bewährt hat. Besonders nennenswert sind die Vereinbarungen zur Einbindung des Hauptpersonalrat (HPR) in den Gesamtprozess, die Bildung eines zentralen Aufbaustabes beim Ministerium der Finanzen (MdF) und die Bildung örtlicher Aufbaustäbe in den Liegenschafts- und Bauämtern. Wo Licht ist, da ist auch Schatten. So müssen wir selbstkritisch anmerken, dass in dieser Dienstvereinbarung zu wenige Antworten auf soziale Fragen gegeben werden.
Das heißt aber nicht, dass auf die gestellten Fragen keine Antworten gegeben wurden. Durch die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des MdF wurden zeitnah die gestellten Fragen beantwortet. Nicht leicht war den Beschäftigten die Notwendigkeit zu vermitteln, weshalb sie sich neu zu bewerben haben. An dieser Stelle gilt unser Dank den beteiligten Gewerkschaften, deren arbeitsrechtlicher Sachverstand hier stark gefordert wurde.
Es ist uns leider nicht gelungen, geeigneten Beschäftigten des gehobenen Dienstes den Einstieg in den höheren Dienst zu ermöglichen und ihnen damit Führungsaufgaben zu übertragen. Die Vorgaben der Landesregierung ließen dieses Vorhaben ins Leere laufen. Ob eine solche Herangehensweise zur Motivation der Beschäftigten beiträgt, darf bezweifelt werden. Die Führungskräfte der Liegenschafts- und Bauverwaltung sind in dieser schweren Zeit besonders gefordert, motivierend tätig zu sein. Wir brauchen die Grundüberzeugung bei den Beschäftigten, dass der eingeschlagene Weg ihr Weg in die Zukunft ist und erfolgreich enden wird. Wegen dieser hohen Anforderung an die Kunst der Menschenführung hat sich die Leitung des MdF und der HPR die Auswahl der Führungskräfte nicht leicht gemacht.
Die in diesem Verfahren vereinbarten Handlungsgrundsätze müssen sich bei den Stellenbesetzungsverfahren im gehobenen, mittleren und einfachen Dienst sowie bei den Arbeitern uneingeschränkt wiederholen!! Das beginnt beim Ausschreibungstext und endet bei der Stellenbesetzung. Wenn es um Neubesetzung von Stellen geht, bleiben Tratsch, Neid und Missgunst leider nicht aus. Der Existenzkampf ist härter geworden, die Versuchung groß, sich auf Kosten des anderen zu profilieren, den eigenen Arbeitsplatz zu retten.
Diese Erkenntnis ist so neu nicht, aber schmerzhaft. Die örtlichen Personalräte sind gefordert, dort einzugreifen, wo Konflikte entstehen oder schon entstanden sind. Mit der Zusammenlegung der Liegenschafts- und Bauämter mussten auch die Personalräte neu gewählt werden. Ihnen wünschen wir eine erfolgreiche Arbeit zum Wohle der Beschäftigten. Bei allem Wenn und Aber: Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um unsere Zukunft, um die Zukunft der Liegenschafts- und Bauverwaltung des Landes Brandenburg! Wir müssen mutig und entschlossen die notwendigen Veränderungen durchsetzen.
Mit Jammern lässt sich die Zukunft nicht gewinnen.
[ Werner Wegner ]
Werner.Wegner@lbaber.brandenburg.de
05.11.2003

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